Dezember ist im Advent

Immer wieder im Dezember wird gerne apelliert, Besinnlichkeit an den Tag zu legen. Ist ja schließlich Advenstzeit. Doch geht es im Advent wirklich darum? Advent ist die Zeit der Erwartung. Und Erwartung bedeutet Bangen und Hoffen. Und nicht zuletzt Vorbereitungen treffen. All das ist oft unruhig, hektisch oder auch: besinnungs-los.

Erwarten, hoffen, bangen, vorbereiten: Die spirituelle Dynamik der Adventszeit kommt gut im Bild der Schwangerschaft zum Ausdruck. Sobald man einmal Schwangerschaft und Advent bildlich zusammengerückt hat, wundert man sich, wie sich da eigentlich die Besinnlichkeit einschleichen konnte. Werdende Eltern sagen ja auch nicht: „Besinnen wir uns jetzt mal, am besten mit ordentlich viel Kerzen!“ Sondern eher: „Haben wir genügend warme Strampler? Und warum ist die Heizlampe noch nicht montiert?“

Auch ohne Schwangerschaft: Um sich vorzubereiten ist Aufräumen und Ausmisten eine gute Sache. Ein paar To Dos von der ewigen Liste abarbeiten oder sie für immer streichen. Besorgungen machen, die nötig sind. All die Vorbereitungen treffen, damit Weihnachten vom Tisch ist, was Druck macht. Dann können sie kommen, die zwölf Weihnachtstage, und mit ihnen das neue (Kalender-)Jahr.

Besinnung ist gut. Aber (kirchen)jahreszeitlich hat sie ihren guten Platz im November. Und der Dezember ist bekanntlich im Advent, also in der Zeit des Erwartens und Vorbereitens. Deshalb darf es durchaus auch unruhig, hektisch und besinnungslos sein. Oder?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s