Es könnte alles so einfach sein. Und ist es auch.

In dem nun zuende gehenden Jahr habe ich (und meine Familie) so Einges ausprobiert, was sich in puncto Nachhaltigekeit als sehr brauchbar herausgestellt hat. Drei Dinge will ich kurz vorstellen, allesamt nicht spektakulär, aber dafür konsequent umgesetzt. Und eine wichtige Erkenntnis dabei war: Das ist alles verdammt einfach. Man muss nur einmal seine Trägheit überwinden, sich zuvor ein bisschen informieren, ein paar Sache ausprobieren. Der Rest läuft dann.

Endlich umgesetzt: die Gemüsekiste

Wir haben seit Herbst nun endlich ein Gemüsekisten-Abo. Seit drei Jahren wollten wir das. Warum wir es vorher noch nicht gemacht haben? Einerseits hat es mit Trägheit zu tun. Aber auch damit, dass wir in Hannover – als wir noch dort in der Südstadt wohnten – einen wirklich guten Wochenmarkt hatten, warscheinlich den besten Wochenmarkt der nördlichen Hemisphäre. Hier im Süden von Düsseldorf gibt es sowas nicht. Das ist zwar kaum zu glauben, hat uns dann aber doch Richtung Gemüsekiste getrieben. Wir beziehen nun eine Kiste vom Lammertzhof und sind sehr zufrieden.

Drei Dinge sind bei Gemüskisten wichtig:

  • der zusammengestellte Inhalt muss einzeln umbuchbar sein (wir probieren auch gern mal etwas Neues aus, aber wenn man für schwarzen Rettich keine Wendung hat, dann hat man halt keine Verwendung für ihn),
  • mitgelieferte Rezeptideen sind sehr hilfreich (ansonsten wären wir nie auf Mangold-Pfannkuchen oder Fenchel-Salat gekommen),
  • nicht unbedingt notwendig, aber sehr praktisch ist es, wenn man weitere Bio-Produkte hinzubuchen kann. Bei uns sind das Eier und Brot.

Milchprodukte reduzieren, wo es geht

In der Passionszeit habe ich mal etwas mit veganer Ernährung experimentiert. Es war wirklich nur ein Experimentieren, aber das hat schon sehr viel gebracht. Vor ein paar Jahren hätte ich vegane Ernährung als ideologischen Quatsch abgetan. Das hat sich gründlich geändert. Ich werde zwar aller Wahrscheinlichkeit niemals Veganer werden – dazu esse ich gutes Fleisch und guten Käse einfach zu gern. Aber mich hat überzeugt, dass Milchprodukte nicht das Beste sind, was wir zu uns nehmen können. China Study hin oder her, Milch ist etwas für Kinder (für Menschen- und Tierkinder, die noch im Wachstum sind) und zudem sind die meisten Milchprodukte billig und minderwertig „hergestellt“.

Fünf Kleinigheiten habe ich geändert:

  • Kaffee nur noch schwarz. Da ich viel Kaffee trinke, kommt eine nicht unerhebliche Menge an nicht getrunkener Milch zusammen.
  • Margarine statt Butter.
  • Ich verzichte häufig (aber nicht immer) bei meinen Stullen, die ich zur Arbeit mitnehme, auf Aufschnitt und Weichkäse. Stattdessen nehme ich pflanzliche Brotaufstriche. Dies ist das Schwierigste an dem ganzen Programm: gute Brotaufstriche zu finden. Die meisten sind auf Hefebasis und schmecken einfach nicht. Ich suche immer noch die guten Ausnahmen.
  • Beim Kochen von (Sahne-)Soßen nehme ich einfach etwas weniger Sahne – stattdessen mehr Weißwein, mehr Gemüse, mehr Brühe, mehr was-auch-immer. Geht.
  • Ganz auf Käse verzichten kann und will ich nicht. Aber es soll zumindest Biokäse sein.

Und außerdem versuche ich, Auswärtsvegetarier zu werden.

Waschpulver ab jetzt nur noch selbsthergestellt

Na ja, von Herstellung zu sprechen ist schon fast übertrieben, denn man muss hauptsächlich nur Natron, Waschsoda und (geraspelte) Seife mischen. Die Waschleistung steht einem herkömmlichen Waschmitteln in nichts nach. Bei Bedarf kann man noch etwas Gallseife (ebenfalls geraspelt) hinzugeben. Ein ausführlicheres „Rezept“ zum Selbermachen gibt es hier.

Das Ganze hat  zwei Vorteile: Erstens kann man auf die ganzen Zusatzstoffe von industriell hergestelltem Waschmittel verzichten. Man braucht sie einfach nicht. Und unsere Umwelt schon gar nicht. Und der zweite Vorteil: Selbstgemachtes Waschmittel ist auch noch billiger. 12 Cent kostet uns das Pulver für eine normale Waschladung – und dabei nehmen wir schon eine sehr teure Seife (Aleppo-Seife).

Fazit

Nichts von dem schränkt mich ein. Mein Lebensstandard wird sogar eher höher (weil zum Beispiel die Lebensmittel, mit denen ich Milchprodukte ersetze, deutlich hochwertiger sind). Und wir sparen Geld. Das Waschmittel ist preiswerter, das Gemüse zwar teurer als im Discounter, dafür schmeißen wir weniger weg.

Dann ist da noch etwas: Manche Dinge muss man einfach wissen. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass man zum Waschen nicht mehr als Natron, Soda und Seife braucht (ich wusste noch nicht einmal, was Natron ist). Ein nachhaltiger Lebensstil trägt also auch dazu bei, solch Subsistenz-Wissen zu bewahren.

Es könnte alles so einfach sein. Ist es, ist es.

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5 Kommentare zu „Es könnte alles so einfach sein. Und ist es auch.“

  1. …wir waren zu Silvester bei einer Familie eingeladen, die seit April vegan lebt. So kamen wir in den Genuss veganes Silvester und Neujahrsessen zu kosten. Siehe da auch ohne „tierisches“ lässt es sich gut schmausen… Wir überlegen in der kommenden Fastenzeit probeweise vegan zu leben (jedenfalls zuhause) und bereiten uns auf dieses Experiment vor…

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    1. Ja, das braucht Vorbereitung. Ich war erstaunt, wo überall Tierisches (Milch, Ei) mit drin ist. Und ich glaube, dass es gerade die MAsse dieser „versteckten“ Milch- und Eiprodukte sind, die ungesund sind. Viel Erfolg beim Ausprobieren. Und ich finde, selbst jeder Versuch ist es bereits schon wert!

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  2. Prima!

    Bin selbst nun seit 9 Jahren Veganer und kann diese Lebensweise nur empfehlen. Was anfangs als Verzicht wirkt, wird später zu einem Gewinn.

    Leckere (und preisgünstige) Brotaufstriche gibt es übrigens viele. Z.B. Marke „Ener Bio“, pflanzliche Pasteten bei Rossmann.

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    1. Dass der Verzicht zum Gewinn werden kann, glaube ich sofort! Ich glaube, ich werde nie „Vollveganer“ werden, aber jeder einzelne Verzicht auf Tierisches kann in der Summe durchaus etwas bringen. Danke für den Hinweis auf Ener Bio. Bei Rossmann bin ich selten, ich schau da mal vorbei. Ich probiere einfach wild drauf los, irgendwelche guten Treffer gibt’s dann bestimmt.

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