Amen

Vor drei Jahren habe ich an einem Coaching-Seminar teilgenommen, das in mehrfacher Hinsicht besonders war. Thematisch ging es um die Frage, wie gelingt, was ich möchte – und was möchte ich eigentlich überhaupt? Klingt einfach, ist aber sehr anspruchsvoll. Das Konzept war ausgefeilt und ich habe inhaltlich wohl mehr mitgenommen, als von so manch anderem Seminar.

Vieles ist bei mir hängengeblieben. Manche eingeübte Haltung und etliche Sätze, die dort gefallen sind, kommen mir immer mal wieder in den Sinn. Also ein durchaus nachhaltiges Seminar. Schräges und Merkwürdiges gab es auch, aber das ist ein anderes Thema.

Am letzten Abend gaben die beiden Trainer nochmal in komprimierter Form ihre Lebensweisheiten preis. Das Ganze hatte durchaus Pathos, aber wenn es gut gemacht ist und es inhaltlich wirklich etwas zu sagen gibt, mag ich sowas. Vom Genre her wäre das der Verkündigungsteil gewesen, wenn es denn eine religiöse Veranstaltung gewesen wäre. Aber es war keine, das Seminar war durch und durch „säkular“. Auf jeden Fall fiel dann der fogende Satz:

Und manchmal kannst du nicht mehr tun, als ein Gebet sprechen mit einem einzigen Wort: Amen.

Ein Gebet sprechen. Mit einem einzigen Wort. Amen.

Es gibt Sätze, die man sofort versteht. Das war so einer. Und das ist einer dieser Sätze, der mir immer wieder in den Sinn kommt. (Und schon erstaunlich, dass so ein Satz in einem völlig weltlichen Seminar fällt…).

Manchmal kannst du nicht mehr machen als zuzustimmen, als einzustimmen. Stimme dem Leben zu. Es ist nicht gut, sich mit ihm anzulegen. Es tut nicht gut, gegen die Wirklichkeit zu kämpfen. Denn dabei verlierst du, immer, jedes Mal.

Spirituell wird das oft loslassen genannt. Meine Frage ist dann immer: Wie geht das denn, loslassen? Dies ist eine mögliche Antwort: Ich lasse los, in dem ich zustimme.

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