Kartenkind

Der Hannoverjunge liebt Landkarten. Das überrascht mich nicht, denn schließlich ist er mein Sohn. Aber dass er mit knapp 4 Jahren schon Kartenlesen kann, haut mich dann doch um. Die Verbindung zwischen Karte und Wirklichkeit kriegt er natürlich nicht hin, aber in die Kartenwirklichkeit kann er richtg eintauchen.

Alles fing im Urlaub mit dieser Karte an, die ich ihm irgendwann beim Autofahren in die Hand gedrückt habe.

zeeland

Das war besser als jedes Bilderbuch: Er hat sich damit ausdauernd beschäftigt – und nicht nur während einer Autofahrt. Er weiß, wo die Leuchtüme stehen, welchen Weg wir mit der Fähre genommen haben, wo die Autobahn ist und wo es Krankenhäuser gibt.

fahrradplankoelnEin paar Wochen später habe ich morgens den Fahrradstadtplan von Köln auf dem Esstisch ausgebreitet und den besten Weg zum Bahnhof gesucht. Ich musste diesmal nämlich zu einem anderen Bahnhof, nach Köln-Ehrenfeld. Auch von dieser Karte war er ganz angetan. Ich habe ihm den Bahnhof gezeigt und am Nachmittag konnte er ihn seiner Mama zeigen. Er hat ihn tatsächlich wiedergefunden. Da kam ich auf die Idee, ihm zum Geburtstag einen Kinder-Atlas zu schenken.

Als ich dann im Netz danach gesucht habe, war ich dann doch etwas verärgert: Kinderatlanten sind eher Wimmelbücher(wie ein Blick auf die Google-Bildersuche schnell beweist) oder sie sind hyper-pädagogisch (wie ich in der Buchhandlung festgestellt habe). Aber so etwas suche ich ja nicht, ich suche schlicht und einfach richtiges Kartenmaterial, keine Bilderbücher und kein Lehrmaterial.

Ich will ihn nicht im Kartenlesen trainieren (das sei ferne!), sondern ich habe einfach immer wieder Spaß daran, dass die besten Spielsachen eben gerade die sind, die gar nicht als Spielsachen gemacht sind. Ein richtiger Zollstock ist tausendmal besser als das Maßband aus dem Kinderwerkzeugkoffer. Und auch der kleine Wuppertaler spielt lieber mit der Salatschleuder als mit „richtigem“ Kleinkindspielzeug.

Also: Ich mache ihm zum Geburtstag ein Kartenbuch. Ich habe bei uns zuhause und bei den Großeltern alte Karten durchforstet. Da wir alle – also nicht nur die Großelterngeneration, sondern auch ich selbst – ja noch aus vordigitalen Zeiten stammen, gibt es da einiges.  Dabei kam mir die Idee, nur Karten zu nehmen, zu denen es einen Bezug gibt, eine Geschichte: Heimatorte, Kindheitsurlaube, Geburtsorte und so weiter. Erst später fiel mir auf, dass das ganz nebenbei auch noch eine gute Idee für die Geografie-Wurzel ist.

Ich hoffe jetzt nur, dass sich der Große darüber ebenso freut wie ich mich… So sieht’s aus:

kartenbuch

Ach ja: Hätte ich noch einen alten DIERCKE-Atlas gehabt, hätte ich ihm vielleicht den geschenkt. Und just an dem Tag, als ich diesen Blogartikel tippe, twittert Rage folgendes:

Advertisements

1 Kommentar zu „Kartenkind“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s