Grüne Blue-Jeans

Eigentlich ist es so banal, dass es kaum einen Blogeintrag wert ist: Ich habe mir zum ersten Mal eine Öko-Jeans gekauft.

Aber vielleicht geht es ja genau darum: dass der Kauf ökofairer Kleidung völlig banal – also gewöhnlich – wird. Und deshalb doch kurz ein paar Gedanken dazu.

Bei vielen Dingen achte ich auf (ökologische) Nachhaltigkeit, an einer Stelle gibt es aber noch ein großes schwarzes Loch: bei der Kleidung. Und hier sind natürlich Jeans die absoluten Dreckschleudern. Ich weiß das schon lange, aber es dauert eben, bis man seine Gewohnheiten tatsächlich ändert.

Ich will keine Schadstoffe in meiner Kleidung, natürlich nicht, aber das war letztlich gar nicht das Ausschlaggebende. Der eigentliche Grund ist: Ich will so wenig wie möglich auf Kosten anderer leben. Kosten, Risiken und Folgeschäden auf andere abzuschieben (in der Wirtschaftswissenschaft nennt man das „externalisieren“) ist für mich eines der unethischsten Dinge überhaupt. De facto lebe ich aber zigfach auf Kosten anderer. Daher will ich das wenigtens an den Stellen ändern, an denen ich die Möglichkeit dazu habe.

Mein Vorurteil war ja immer, dass Öko-Kleidung richtig teuer ist. Überteuert kan man wohl nicht dazu sagen, denn wahrscheinlich handelt es sich um den richtigen, den echten Preis – der eben nicht auf die Kosten der Gesundheit von chinesischen Sklavenarbeitern geht. Aber ich war überrascht: Für den Preis, den ich bisher für Jeans bezahlt habe, gibt es eine große (für mich schon fast zu große) Auswahl an fairen Markenjeans. Nein, faire Jeans sind nicht teurer, es stimmt einfach nicht. Wahrscheinlich sind einfach nur die Gewinnmargen anders verteilt.

Die zweite positive Überraschung: Ich habe online bei MANOMAMA bestellt und war angetan, wie frustfrei das ablief. Im Gegenteil: Das bisherige Shoppen war für mich immer äußerst nervig. Immer, wenn ich dringend eine neue Jeans brauchte, hat mich das Angebot erschlagen, ich habe zig Hosen anprobiert, konnte mich nicht entscheiden und habe dann mit drei neuen Hemden aber ohne neue Hose den Laden wieder verlassen. Bei MANOMAMA konnte ich ohne Kundenkonto einkaufen, am Servicetelefon wurden meine Fragen immer prompt beantwortet (ganz ohne Warteschleife) und der Umtausch klappte problemlos und zügig. Ich habe dann gleich eine zweite Jeans hinterher bestellt.

Und wieder kommt die Erkenntnis: Nachhaltiger Konsum ist einfach. Weil andere Menschen mit langem Atem und viel Biss dafür gesorgt haben, dass es möglich ist. Mein Job ist jetzt nur noch, das zu nutzen, was andere möglich gemacht haben. Und dafür zu sorgen, dass diese (Herstellungs-und Vertriebs-)Strukturen ökonomisch gesund bleiben.

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2 Kommentare zu „Grüne Blue-Jeans“

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