mutig sein

Mut ist so eine Sache. Bin ich eigentlich mutig? Mal so, mal so. Auf jeden Fall ist Mut etwas, das mir wichtig ist, gerade natürlich auch bei meinen Kindern.

cover_mutIm letzten Urlaub habe ich das Buch Mut – Wie Kinder über sich hinauswachsen von Nicola Schmidt gelesen. Am Strand, in einem Rutsch. Da wir nun bald wieder in den Urlaub aufbrechen, an denselben Strand, will ich nun meinen Ertrag einmal niederbloggen. Ich habe es gern gelesen, einige Aha-Effekte gehabt und auch noch eine handvoll für mich nützlicher Tipps entdeckt.

Zwei wichtige Erkenntnisse gleich zu Beginn:

Es gibt einen Unterschied zwischen mutig und tollkühn sein. Und ich wünsche mir, der Welt und meinen Söhnen ersteres, nicht letzteres.

Die zweite Erkenntnis ist, dass mit Mut nicht nur körperlicher Mut gemeint ist. Nicola Schmidt unterscheidet 6 Arten von Mut: physischen, sozialen, intellektuellen, moralischen, emotionalen und spirituellen Mut. Dies übernimmt sie von Lisa Dungate und Jennifer Armstrong, die dies auf ihrem Blog „Lionwhiskers“ beschreiben. Ich finde diese Weitung des Mut-Begriffs sehr gut (Mut ist mehr als Schmerzen in Kauf zu nehmen), an manchen Stellen ist es mir dann aber doch ein bisschen zu weit (zum Beispiel beim spirituellen Mut).

Wie geht das nun mit dem Mutigsein? Kann man Mut lernen? Ja und nein. Natürlich gibt es kein Mut-Manual („Werde mutig in 7 Schritten“), aber vielleicht gibt es doch so eine Art „Mut-Muskel“, den man trainieren kann. Die Botschaft, die das Buch vermittelt (und die mir gefällt) ist: Am besten ist eine „artgerecht“-Erziehung. Je sicherer die Bindung der Kinder an ihre Bezugspersonen ist und je geborgener sie sich fühlen, umso mutiger und freier erforschen sie ihre Umgebung.

Ich nehme aus Nicolas Buch folgende vier Ideen mit:

Kinder in Ruhe lassen und sie viel ausprobieren lassen:

„Wer immer wieder erlebt, dass er seine Furcht überwinden und handeln kann, ist ihr weniger ausgeliefert. Wer hingegen immer weider die Erfahrung macht, dass Eltern für jede Problemlösung zuständig sind, kann seinen ‚Mut-Muskel‘ nicht trainieren“ (S. 103).

Die Natur ist ein guter Mut-Entwicklungsraum: Gerade weil die Natur ein unbekannter Raum ist, fordert sie immer wieder heraus: vom Balancieren über Baumstämme bis zum Anfassen schleimiger Schnecken. Und Richard Louv, der Autor von „Das letzte Kind im Wald“, bestätigt: Das Beste Gegenmittel gegen Angst ist die Natur. Zum Thema „Rausgehen“ habe ich in dem Buch noch einen kleinen, aber wirklich guten Tipp entdeckt: Die Frage „Wollen wir raus gehen?“ löst bei Kindern nicht immer Begeisterungsstürme aus. Besser ist es, ganz konkret zu fragen: „Wollen wir Walnüsse suchen gehen?“, „Hilfst du mit, Kartoffeln zu pflanzen?“, „Wollen wir draußen Verstecken spielen?“

Misserfolge aufgreifen: Wenn etwas nicht geklappt hat, gemeinsam überlegen, woran es gelegen hat. Nach neuen Ideen suchen. Und von den eigenen Misserfolgen erzählen!

Geschichten vorlesen und sich in die Charakter hineinversetzen: Gemeinsam überlegen, was man selbst gemacht hätte. Hättest du das auch so gemacht? Hätte ich da wohl Angst gehabt? Was würdest du denn tun? Wenn man sich hier Fragen ausdenkt, kann man wunderbar auf die in dem Buch beschriebenen verschiedenen Arten von Mut zurückgreifen.

Das ist meine persönliche Quintessenz (hmm, Quartessenz?), in dem Buch gibt’s natürlich noch mehr. Und auf meiner ToDo-Liste steht als nächstes der erwähnte Lionswhiskers-Blog, dort findet man zum Beispiel  „5 Minutes Courage Workouts“, nach Altersgruppen sortiert.

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