Vater-Sohn-Wochenende

Letztes Wochenende war ich – zum ersten Mal – auf einem Vater-Kind-Wochenende. Leider war es nur eine kleine Gruppe mit 5 Vätern und 7 Kindern. Aber es war richtig gut und auch eine wohltuende Erfahrung. Und dem Hannoverjungen hat’s auch gefallen.

Vier kleine Aha-Effekte möchte ich kurz festhalten.

Präsent sein.

Zwei Tage alleine für den Großen da zu sein – das war eine tolle Erfahrung. Es gab keine anderen Verpflichtungen und keine Ablenkungen. Wenn er etwas wollte, hatte ich Zeit. Wunderbar. Dadurch lief Vieles einfach stressfrei – ganz anders als im Alltag. Wir schliefen sogar in einem Bett, auf einer 80cm-Matratze, denn wir  hatten ein Stockbett und mir war klar, dass er nicht alleine schlafen wollte (egal ob oben oder unten). Solche Wochenenden, solche Zeiten braucht es wesentlich häufiger und am besten regelmäßig.

Barmherziger werden.

Ich habe die Macken andere Väter und anderer Kinder mitbekommen. Das tut gut. Es macht mich nämlich barmherziger mit den eigenen Macken und denen meines Kindes. Es gibt Dinge, die mich immer wieder bei meinem Sohn nerven. Und ich erlebe auf einmal die gleichen Dinge bei anderen – und zwar in viel „schlimmeren“ Ausmaß. Das rückt mein eigenes Maß wieder zurecht: Das, was mich ärgert, ist gar nicht so schlimm.

Wollen und nicht können.

Der Hannoverjunge wollte immer mit dabei sein und war es auch. Allerdings gab es Sachen, bei denen er neben den Größeren nicht zum Zuge kam. In der Sporthalle (die luxuriöser Weise zu dem Freizeitheim gehörte) konnte er nicht bei allem mitmachen, weil er zu klein war. Und dann setzt wirklich eine richtige Not ein: wollen und nicht können. Das übertrug sich dann leider auch auf Sachen, die er locker könnte, aber zu denen er dann plötzlich doch nicht mehr in der Lage war. Helfen und trösten hilft dann nicht. Diese Not rührt mich immer sehr an. Und ich kann ihn so gut verstehen.

Wald geht immer.

Wir waren zweimal draußen im Wald und zweimal drinnen in der Sporthalle. In der Halle wurden aus Matten, Bänken und Kästen Hindernisse gebaut und natürlich auch Fußball gespielt, im Wald gab es Waldspiele und Freispiel. Ich finde beides gut. Mir ist aber aufgefallen, wie begrenzt letztlich die Sporthalle ist. Die Energie in einer Sporthalle geht immer in eine Richtung: Auspowern. Im Wald geht das natürlich auch, aber man kann genau so gut abschalten oder runterkommen. Und der Wald bietet mehr Gelegenheiten für altersübergreifendes Spielen: Wenn im Wald ein Ast zu schwer ist, nimmt man halt einen anderen und kann weiterspielen, wenn aber in der Sporthalle ein Kasten zu hoch ist, ist er zu hoch und dieses Spiel geht dann einfach nicht (oder das Setting muss erst wieder umgebaut werden).

 

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