Dankbarkeitstagebuch

Ein Dankbarkeitstagebuch ist ein Notizbuch, in das man – meist abends – einträgt, wofür man an dem Tag dankbar ist. Am besten führt man solch ein Notizbuch regelmäßig. Und um etwas regelmäßig hinzukriegen, brauche ich (fast immer) eine Struktur, die mich darin unterstützt.

Natürlich könnte ich in jedes beliebige Notizbuch Tag für Tag etwas notieren, aber irgendwie hat es nicht funktioniert. Wenn ich länger ausgesetzt habe, fand ich es unschön, einfach hinter dem letzten Eintrag weiter zu machen. So habe ich dem Notizbuch eine zeitliche Struktur gegeben: Jeder Tag hat einen bestimmten Platz in dem Buch (und wenn ich an dem Tag nichts eintrage, bleibt die Stelle frei).

Dazu kombiniere ich zwei Ideen: Ich orientiere mich an den Jahreszeiten und ich mache dabei mehrere „Runden“ durch das Dankbarkeitsbuch, so stoße ich in einem bestimmten zeitlichen Abstand immer wieder ältere Eintragungen.

Bei den Jahreszeiten nutze ich die keltische Einteilung, bei der der Frühling am 1. Februar, der Sommer am 1. Mai, der Herbst am 1. August und der Winter am 1. November beginnt. Das ist einen Monat früher als der jeweilige meteorologische Beginn, mir gefällt das aber, weil die keltische Einteilung sehr eingängig ist: Sie ist deutlich näher an den phänologischen Jahreszeiten ist und trotzdem leicht zu merken (Beginn immer  am „1.“). Das hat mit dem Dankbarkeitstagebuch an sich nichts zu tun, aber mir macht das Spaß, weil ich mir dadurch auch jeden Tag den Stand der Jahreszeit vergegenwärtige.

Es gibt zwei Varianten: Ein Jahreszeiten-Heft oder ein Jahres-Buch. Für beide braucht man Heft oder Notizbuch mit einer bestimmten Seitenzahl. Für mich ist das Jahresbuch die deutlich schönere Variante, aber ich beschreibe hier beide Ideen.

Für das Jahreszeitenheft nimmt man ein gewöhnliches Schulheft (am besten blanko, A5 oder A4). Schulhefte sind günstig und haben genau 32 Seiten, sie sind also perfekt geeignet. Ich nummeriere die Seiten von 1 bis 31 (eine Seite bleibt halt frei) und teile die Seiten – entweder mit einem Stift oder in Gedanken – in 3 Zeilen. Die oberste Zeile ist dann für den ersten Monat der jeweiligen Jahreszeit, die zweite Zeile für den zweiten und die dritte für den dritten. Wenn ich im zweiten und dritten Monat der Jahreszeit bin, stoße ich somit automatisch wieder auf meine Einträge der Vormonate. Nach 3 Monaten kommt dann ein neues Heft.

Das Jahresbuch hat einen etwas anderen Aufbau, aber auch dort stößt man wieder auf vorherige Einträge, und zwar immer auf die der vorherigen Jahreszeiten (also auf den Tag genau vor 3, 6 oder 9  Monaten). Auf einer Doppelseite stehen 4 Tage. Das heißt ich teile die Doppelseite in 4 Quadranten (zum Beispiel links oben für Frühling, rechts oben für Sommer, links unten für Herbst und rechts unten für Winter). Bei der Vorbereitung des Buches muss ich dreimal von 1-31 durchnummerieren. 3 mal 31 macht 93, da es immer Doppelseiten sind braucht man 186 Seiten. Und ein Leuchtturm1917-Notizbuch hat – tatarata! – genau 186 Seiten.

Nach einem Vierteljahr stoße ich dann wieder auf alte Eintragungen, die ich natürlich erst noch einmal lese, bevor ich die aktuellen notiere. Und das ist wirklich schön. Das Erinnern hat eine ganz besondere Wirkung. Ein Vierteljahr ist so kurz, dass man sich noch genau an die Situationen erinnern kann, die man eingetragen hat, aber wiederum so lang, dass in der Zwischenzeit eine Menge passiert ist.

Für mich ist das genau die Struktur, die mich bei der Stange hält.

In ein paar Tagen ist (keltischer) Frühlingsanfang. Ein guter Zeitpunkt, ein Dankbarkeitstagebuch zu beginnen.

Hier auf dem Blog gibt es auch eine Liste mit Dankbarkeitsübungen und einige grundsätzliche Überlegungen zur Dankbarkeit.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

%d Bloggern gefällt das: