Hoffnung durch Handeln durchgebloggt – Mein Fazit (activehope #08)

Zwei Dinge finde ich an Joanna Macys Active Hope-Ansatz wirklich genial. Zum einen die Erkenntnis, dass es 3 Grundtypen von Stories über den Gang der Welt gibt: die Das-ist-der-normale-Gang-der-Dinge-Geschichte („So läuft das halt“), die Alles-geht-den-Bach-runter-Geschichte („Früher war alles besser“) und die Großer-Wandel-Geschichte („Ein anderes Leben ist möglich“). In der ersten Geschichte ist grundlegender Wandel kaum möglich, stattdessen gibt es hier und da Optimierungen, die wir fälschlicher Weise für Wandel halten (bestes Beispiel sind momentan Autos mit Elektroantrieb, die angeblich „die Zukunft“ sind, aber kein einziges Verkehrsproblem wirklich lösen). In der zweiten Geschichte gibt es einzig und allein einen Wandel zum Schlechten und in der dritten Geschichten sind wir selbst der Wandel, wir & jetzt.

Und dann ist da Joanna Macys „Arbeit, die wieder verbindet“, die sie in ihrem jahrzehntelangen Engagement in der Friedens- und Umweltbewegung entdeckt bzw. entwickelt hat. Sie schlägt die Bearbeitung von vier Schritten in einer bestimmten Reihenfolge vor – Dankbarkeit, Schmerz, Neues Sehen, Weitergehen – um den Großen Wandel zu ermöglichen. Diese Spirale ist die Alternative zum PDCA-Zyklus in der Das-ist-der-normale-Gang-der-Dinge-Geschichte und dem Teufelskreis in der Alles-geht-den-Bach-runter-Geschichte.

Ich nutze die Spirale mittlerweile recht häufig zur  didaktischen Reflexion. Sie deckt sich dabei mit den Jahreszeiten-Qualitäten des Lebenskompasses von Ursula Seghezzi: Herbst/Dankbarkeit, Winter/Trauer, Frühling/Neues Sehen, Weitergehen und (gemeinsames) Handeln/Sommer. Diese Analogie ist für mich eine tolle Entdeckung. Sie zeigt mir noch einmal, wie bedeutsam die Reihenfolge der Spirale ist, weil sie einer natürlichen Struktur entspricht.

Die Erkenntnisse hinter den 3 Geschichten und den 4 Schritten mögen schlicht sein, aber stimmig. Und aus didaktischer Sicht kann ich bestätigen, dass sie in die Tiefe führen (können) und genau die relevanten Punkte in Wandlungsprozessen berühren.

Das Buch „Hoffnung durch Handeln“ hat durchaus auch nicht ganz so gelungene Seiten: Den Aufbau finde ich nicht ganz stringent, die Gliederung ist etwas unübersichtlich. Manches ist etwas langatmig und auch mit dem amerikanischen Stil tue ich mich eher schwer. Dies sei einfach der Vollständigkeit halber gesagt…

Wer weitere Anregungen sucht, kann ja mal dieses Schaubild meditieren (auch wenn es etwas überfrachtet ist). Oder dieses Interview mit Joanna Macy lesen.

Für mich ist der nächste Schritt – der aber noch einiges an Sinnieren und Probieren erfordert – Joanna Macys Grundidee mit der Arbeit und den spirituellen Übungen von Pia Gyger zu verbinden. Es gibt Parallelen in den beiden Werken – auch wenn sie völlig unterschiedlich sind – und ich habe das Gefühl, dass das gut zusammenpasst und und auch nochmal richtig Wumms geben würde. Allerdings ist das im Moment nur ein Bauchgefühl, bisher habe ich noch keinen richtigen Dreh, beide  konkret zu verbinden. Kommt noch.

Abschließend noch einmal alle acht Blogbeiträge von mir in der Übersicht:

Hoffnung durch Handel (avtivehope #01)Einführung
Hoffnungsgründe (ativehope #02)
Beginnen mit Dankbarkeit (activehope #03)1. Schritt
Warum ändert man nichts? (activehope #04)
Den Schmerz würdigen (activehope #05)2. Schritt
Neues Sehen (activehope #06)3. Schritt
Weitergehen und Handeln (activehope #07)4. Schritt
Hoffnung durch Handeln durchgebloggt – Mein Fazit (activehope #08) –> das ist hier!

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