Warum ich ein Öko bin

Für Umweltschutz habe ich mich eigentlich schon immer interessiert, mal mehr, mal weniger. Aber ein Öko bin ich nicht gar nicht so lange. Ich versuche es mit 5 Stichworten zu beschreiben. Es sind alles Dinge, die für mich erst in den letzten Jahren wesentlich geworden sind.

verbunden

Ich fühle in der Natur eine tiefe Verbundenheit. Nicht nur mit der Natur selbst, sondern auch darüber hinaus: mit mir, mit allem, was lebt, mit der Lebenskraft selbst (call it Gott). Zum Verbundensein habe ich ja schon ausführlicher gebloggt. Ich bin eingebunden in das Gewebe des Lebens. Ich bin ein Teil davon. Es ist ein fundamentaler Unterschied, ob ich mich selbst als Teil der Natur verstehe (Öko), oder ob die Natur eine pittoreske Kulisse ist, die man sauber halten sollte (Umweltschutz).

lebendig

Was mich unglaublich fasziniert, ist diese gewaltige Lebenskraft, die in der Natur steckt und die von ihr ausgeht. Es lohnt sich, sich mit Wildnis oder Grünkraft zu beschäftigen. Manchmal reicht es mir sogar schon, in einem Permakultur-Buch zu blättern und in der Schönheit der Bilder zu schwelgen und meine Gestimmtheit ändert sich schlagartig. 

einfach

Umso wichtiger mir die Natur wird, umso „natürlicher“ ich zu leben versuche, desto mehr freue ich mich über die einfachen Dingen. Ein einfaches, gutes Essen (Pellkartoffeln mit Quark, Spaghetti all’olio), Nichtstun in der Natur (anstatt einer „Freizeitbeschäftigung“ nachzugehen), Leben im Rhythmus der Jahreszeiten… Für manche mag das angstbesetzt sein (natürlicher leben = weniger haben), aber mich befreit und beruhigt es ungemein.

pflegnutzen

Unsere Ressourcennutzung ist bei Lichte betrachtet gar keine – sie ist Ressourcenverbrauch. Das können wir auch mit „Nachhaltigkeit“ nicht retten, denn das meint lediglich, nicht mehr zu entnehmen als nachwächst. Doch wir müssen irgendwie vom Verzehren zum Nutzen kommen. Und momentan bedeutet das erst einmal, der Natur wieder mehr zurückgeben. Ein gutes Beispiel dafür ist die aufbauende Landwirtschaft, die durch Nutzen Pflegen will. Ein schönes Wort dafür ist pflegnutzen. Ganz in diesem Sinn verstehe ich das „Bebauen & Bewahren“ des zweiten biblischen Schöpfungsberichts (Genesis 2, 15).

enkeltauglich

Ich mag den Gedanken, etwas weiterzugeben. Ich habe selbst etwas bekommen und habe es mit dem mir Eigenen angereichert. Das ist das, was meine Nachfahren wiederum von mir bekommen werden. Ich finde diesen Gedanken schön, ergreifend, tröstend. (Dazu habe ich hier schon einmal kurz etwas geschrieben.) Ich mag die Idee einer enkeltauglichen Lebensweise – nicht auf meinem Vorteil bedacht zu sein, sondern auf den der nach mir Kommenden.