Grüne Reformation

Seitdem ich auf der Tagung Eine grüne Reformation!? Aufbrüche Ökologischer Theologie in der planetaren Krise im Sommer 2017 in  Hofgeismar von der Idee einer „Grünen Reformation“ gehört habe, geistert mir dieser Gedanke im Kopf herum. Ich habe nun einige Stichpunkte dazu aufgeschrieben. Sie sind mein momentaner Zwischenstand zum Weiter-dran-Rumdenken…

 

1 Die Ausgangslage: Wir sind dran, jetzt.

Die planetaren Grenzen sind erreicht. Nicht weil wir zu viele sind, sondern weil wir falsch leben, wirtschaften, konsumieren, essen.

Wir zählen zu den ersten Generationen des Anthropozäns, einer neuen Stufe im Erdzeitalter, und zu der letzten Generation, die noch in der Lage ist, einen Wandel zu bewirken, um das Weiterleben der Menschheit auf diesem Planeten zu ermöglichen. Das Weiterleben der Menschheit entscheidet sich jetzt. Wir sind dran. Wir und jetzt.

 

2 Wandel statt Veränderung

Veränderungen reichen nicht mehr, es braucht einen wirklichen Wandel: eine sozial-ökologische Transformation.

Das Hauptgutachten des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) spricht in Rückgriff auf Polanyis „Great Transformation“ von der Großen Transformation. Und in der Tiefenökologie wurde der Begriff vom Großen Wandel („Great Turning“) geprägt.

Wandel/Transformation bedeutet etwas qualitativ Neues; Veränderungen fügen lediglich etwas quantitativ Neues dem Alten hinzu, letztlich bleibt aber alles – mehr oder weniger – wie es ist. Ein Wandel ist immer auch ein Sterbeprozess, etwas Altes geht unwiderruflich zu Ende. Daher lösen Transformationsprozesse oft Angst aus.

Wirksamer Wandel geht nicht ohne Bewusstseinswandel. Ein tiefgreifender Bewusstseinswandel ist gerade auch ein spiritueller Prozess.

 

3 Grüne Reformation

Das Schlagwort Grüne Reformation ist griffig  – und es ist geeignet, das Anliegen einer Großen Transformation theologisch, geistlich und kybernetisch aufzugreifen, zu durchdringen und weiter zu entwickeln.

„Seit der Reformation haben wir erkannt: Wir haben einen gnädigen Gott […]. Heute ist die Stunde reformatorischer Erkenntnis: Die Erde braucht einen gnädigen Menschen […].“ (Bärbel Wartenberg Potter). Eine Grüne Reformation ruft auf zur Bekehrung zu Gottes Erde. Die Erkenntnis, dass der Mensch allein aus Gnade gerechtfertigt ist, reicht zum Theologietreiben im Anthropozän nicht mehr aus. Und so rückt neben dem Versöhnungsgeschehen Gott/Mensch nun auch das Versöhnungsgeschehen Mensch/Erde in den Fokus.

In diesem Sinne kann eine Grüne Reformation  die Große Transformation kirchlicherseits begleiten und fördern. Dazu gehört es einerseits, die eigenen geistlichen Traditionen von Schöpfungsliebe und -verantwortung (wieder) zu entdecken, weiterzuentwickeln und anzubieten, und andererseits den Anschluss an gegenwärtige Transformationsbewegungen zu halten und ihre Erkenntnisse und Praktiken in der eigenen kirchlichen Arbeit fruchtbar zu machen.

Daraus folgen theologische, spirituelle und kybernetische Aufgaben (5-7).

 

4 Die gegenwärtige kirchliche Situation

War die Kirche in den 1980er Jahren noch Vorreiter in Sachen „Umweltschutz“ (so hieß das damals), ist ihr mittlerweile nicht nur das Thema weitgehend verlorengegangen, sondern sie hat wenig thematischen Anschluss an die gegenwärtigen Wandel- und Transformations-Bewegungen. Dies sind zum Beispiel: neue pragmatische Nachhaltigkeits-Szenen („ZeroWaste“ etc.); intentionale Gemeinschaften („Ökodörfer“); Konzepte wie Commoning, Gemeinwohlökonomie, Permakultur oder Tiefenökologie mit ihren jeweiligen Szenen; Bewegungen wie Transition Towns, Minimalismus, Maker-/Repair-Bewegung; im Agrarbereich sind es kleinbäuerliche Ansätze wie SoLaWis, aufbauende Landwirtschaft oder Mikroagros.

Es gibt derzeit viel Aufbruch – aber zählen die Kirchen zu den „Laboratorien“ oder „Inkubatoren“ des sozialökologischen Wandels?

Auf der Ebene einzelner Einrichtungen, Werke, Landeskirchen wird das Thema wahrgenommen, entwickelt aber wenig Durchschlagkraft (gute Sachen sind zum Beispiel dies, dies, dies, dies und dies). Auf Gemeindeebene hätte es – in der Masse – genügend Durchschlagkraft, wird dort aber wenig wahrgenommen (kurzer Test: einfach mal in den letzten zehn Presbyteriumsprotokollen alles markieren, was zu Ökologie im Gemeindeleben debattiert oder beschlossen wurde…!).

Auch wenn guter Wille grundsätzlich vorhanden ist, gibt es zahlreiche Transformationsblockaden, die nicht in der Sache begründet sind, sondern in der Art und Weise, wie sich Kirchengemeinden organisieren.

 

5 Theologische Aufgaben

Es gibt derzeit keine inspirierende theologische Debatte, die Kirche und Gemeinde vitalisiert und gleichzeitig anschlussfähig an die „Große Transformation“ ist. In den 1970er Jahre leistete dies die Befreiungstheologie, die sich in ihrer antikapitalistischen und antiimperialistischen Ausrichtung gut mit „Umweltschutz“ verbinden ließ und zudem zu einer Aufbruchstimmung in der Kirche führte.

Theologisch geht es daher nun um die Entwicklung einer Ökologischen Theologie – nicht als neue „Themen-Theologie“, sondern als neues theologisches Paradigma, ähnlich wie die feministische Theologie. (Ein guter Einstieg ins Thema sind die beiden Aufsätze aus der Tagungsdokumentation Grüne Reformation von Jürgen Moltmann: Die ökologische Wende in der christlichen Theologie, S. 27-40 und Dietrich Werner: Brauchen wir eine Ökologische Reformation?, S. 143-154).

„Ein paar grüne Gebete genügen nicht. Nur eine tiefgreifende Veränderung des theologischen Paradigmas – des Anthropozentrismus – der Mittelpunktstellung des Menschen, mit dem wir heute die Welt interpretieren, wird uns herausführen“ (Bärbel Wartenberg-Potter).

 

6 Spirituelle Aufgaben

Eine Grüne Reformation darf nicht vorschnell auf ihre ethische Dimension reduziert werden. Gerade die spirituelle Durchdringung des Großen Wandels ist nötig. Interessanter Weise wird dies in bisher als „säkular“ geltenden Szenen erkannt, siehe zum Beispiel das Stichwort „sacred activism“.

Zudem hat der Protestantismus bis heute ein ambivalentes Naturverhältnis. Natur war lange Zeit etwas Belächeltes (ein kirchlicher Sponti-Spruch der 90er lautete: „Wer Gott im Wald sucht, soll sich auch vom Oberförster beerdigen lasen!“), etwas Gefährliches (dessen Wildheit eingedämmt und begrenzt werden musste), etwas Pittoreskes („Geh aus mein Herz und suche Freud“, Strophen 1-7) oder letztlich etwas Unrelevantes, weil sie nur der irdische Wartesaal für das himmlische Leben darstellte („Geh aus mein Herz und suche Freud“, Strophen 9-15). Genauso wie der Protestantismus de facto immer ein verkorkstes Verhältnis zur Körperlichkeit hatte, wurde auch die Natur spirituell tabuisiert. Alles Naturhafte steht schnell unter Esoterikverdacht (Pantheismus! Panentheismus! Animismus! Naturismus! Theosophie! – aus gut protestantischer Sicht sind dies Irrlehren).

Eine Grüne Reformation braucht eine „erdige“ Frömmigkeitspraxis: Das meint eine Liebe zur Erde (zur Mutter Erde wie zur Muttererde) und bedeutet, sich selbst in erster Linie als „Erdling“ (Geiko Müller-Fahrenholz) zu verstehen.

Es gilt die diesbezüglich fruchtbaren Spiritualitäten wieder zu entdecken. Beispielsweise die Naturverbundenheit des keltischen Christentums, Hildegard von Bingens „Grünkraft“, Franz von Assis Schöpfungsverbundenheit, Teilhard de Chardins evolutionäres Spiritualitätsverständnis, Albert Schweitzers „Ehrfurcht vor dem Leben“, Matthew Fox‘ Arbeiten zur Schöpfungsspiritualität, die „transformative Spiritualität“ des Ökumenischen Bewegung, Franziskus „Sorge für das gemeinsame Haus“ und viele weitere Ansätze…

 

7 Kybernetische Aufgaben

Für die Kirchengemeinden liegt in einer Grünen Reformation die Chance, das Gemeindeleben zu vitalisieren: In den Gemeinden gibt es – meiner Beobachtung nach – etliche Menschen, die geradezu darauf warten, über die Fragen des ökosozialen Wandels, der damit verbundenen theologischen und spirituellen „Grundierung“ und konkreten Praxisprojekten (wieder) miteinzusteigen. Attraktivität durch Relevanz! Kirchengemeinden können zu schöpfungsspirituellen Lernzentren werden – quer durch die gemeindlichen Handlungsfelder.

Die Homebase des Protestantismus – das satte bürgerliche Milieu – ist letztlich Nutznießer der gegenwärtigen Weltverhältnisse. Gerade hier könnten Kirchengemeinden wirksam werden.

Ein Füllhorn an Anregungen gibt es unter Greening Your Church auf der umfangreichen Webseite „Eco-Justice Ministries“.

 

8 Warum ist dies überhaupt eine christliche bzw. kirchliche Aufgabe?

Zunächst einmal: Das Christentum trägt besondere Verantwortung, weil der gnadenlose Umgang mit der Natur gerade auch auf die Geisteshaltung des Christentums zurück zu führen ist (zum Beispiel Lynn White 1967, Eugen Drewermann 1981). Eine imperiale Lebensweise wird vor allem von protestantisch geprägten Ländern vorangetrieben.

Oft unterschätzt: Das Christentum hat eigene Traditionen und Theologien eines Lebens in Schöpfungsverbundenheit. Es gibt reiche schöpfungsspirituelle Ansätze (allerdings zählen sie nicht unbedingt zum Mainstream).

Der wichtigste Grund: Wandel ist ein geistlicher Prozess und der christliche Glaube ist in seinem Kern ein Transformationsgeschehen. Umkehr, Wandel, Metanoia sind zentrale Themen des christlichen Glaubens.

 

9 Ressourcen der Kirche

Die eigene christliche Tradition ist reich (muss aber wiederentdeckt und fruchtbar gemacht werden).

Das Christentum (als Bewegung) hat sich immer auch als alternative Lebensform verstanden.

Mit ihren eigenen Ressourcen – geistlichen wie infrastrukturellen – kann sich die Kirche nicht nur einbringen, sondern eigene Akzente setzen.

Die Kirchengemeinden verfügen über nicht unerhebliche Flächen an Grund und Boden, die sie so gestalten können, wie sie wollen.

Eine Grüne Reformation kann (wird!) die Kirche vitalisieren und lebendig machen. Und wieder: Es geht nicht in erster Linie um moralisches Tun, sondern um das Feiern des Lebens und um Leben in Fülle.

 

10 Strategisch ansetzen

Grüne Reformation = die „Große Transformation“ in die Breite der Kirche bringen.

Veränderung genügt nicht, es braucht einen wirklichen Wandel. Ein wirksamer Wandel geht nicht ohne Bewusstseinswandel. Ein tiefgehender Bewusstseinswandel ist letztlich ein geistlicher Prozess. Den geistlichen Gehalt entfalten, und nicht vorschnell eine Grüne Reformation „ethisieren“.

Erkunden und experimentieren, wie man den geistlichen Gehalt in konkrete Praxisformen überführen kann.

Möglichst zügig eine kritische Masse aufbauen. Alle wird es eh nicht interessieren, aber das ist auch nicht erforderlich.

 

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Wichtige Literatur

Bertelmann, Brigitte/Heidel, Klaus (Hg.): Leben im Anthropozän. Christliche Perspektiven für eine Kultur der Nachhaltigkeit, München 2018, oekom.

Biel, Michael/Kappes, Bernd/Wartenberg-Potter, Bärbel (Hg.): Grüne Reformation. Ökologische Theologie, Hamburg 2017, Missionshilfe Verlag.

Müller-Fahrenholz, Geiko: Heimat Erde. Christliche Spiritualität unter endzeitlichen Lebensbedingungen, Gütersloh 2013, Gütersloher Verlagshaus.

ACK Region Südwest u.a. (Hg.): erd-verbunden: ökumenisch-geistlicher Weg zur Schöpfungsverantwortung im Anthropozän, 2 Hefte, Infos hier.

Wartenberg-Potter, Bärbel: Bekehrung zu Gottes Erde. Theologische Erwägungen zur ökologischen Krise des Planeten. Deutsches Pfarrerblatt 1/2015.

Weizsäcker, Ernst Ulrich von/Wijkman, Anders (Hg.): Wir sind dran. Was wir ändern müssen, wenn wir bleiben wollen, Gütersloh 2017, Gütersloher Verlagshaus.

Schneidewind, Uwe: Die Große Transformation. Eine Einführung in die Kunst gesellschaftlichen Wandels, Frankfurt/Main 2018, Fischer.

Resonanzkompass

Mit der Welt in Beziehung treten, sich Welt anverwandeln.
(Hartmut Rosa)

Das ist das Programm der Rosa’schen „Resonanzpädagogik“ (Rosa/Endres: Resonanzpädagogik, Beltz, 2016). Resonanzpädagogik geht über Aneignung einer Sache hinaus, es geht um ihre Anverwandlung. Aneignung bedeutet Kompetenzerwerb. „Anverwandlung bedeutet, sich eine Sache so zu eigen zu machen,  […] dass sie mich existenziell berührt oder tendenziell sogar verändert“ (S. 16). Und weiter: „Die Idee von Bildung ist, Welt für die Subjekte zum Sprechen zu bringen oder in Resonanz zu versetzen. Bildung bedeutet also weder Welt-Wissen zu erwerben, noch bedeutet es, sich selbst zu bilden, sondern Bildung ist Weltbeziehungs-Bildung“ (S. 18).

Ob das wirklich ein schuldidaktisches Konzept ist, kann ich nicht beurteilen (da ich kein Schul-Pädagoge bin), aber es ist auf jeden Fall ein lebensdidaktisches Konzept. Die Haltung dahinter passt (mir), sie ist wohltuend.

Auf die Frage, ob es denn so etwas wie einen „Resonanzkompass“ gebe, antwortet Hartmut Rosa:

„Einen Resonanzkompass kann ich so einfach nicht bieten. Aber ich glaube, dass wir versuchen können, einen zu entwickeln. Er ist ein feines Instrument, das uns anzeigen soll, in welcher Richtung möglicher Weise Lösungen zu finden sind. Und so wie ein Kompass über Magnetfelder oder Kraftfelder funktioniert, so können wir vielleicht versuchen, auch Orientierungen in unseren Weltbeziehungen und Lebensformen zu gewinnen. Dann könnte ich mich fragen, was war es eigentlich, was ich mir vom Leben versprochen habe und das ich jetzt vermisse? Und dann würden wir wahrscheinlich feststellen, […] dass es darum geht, herauszufinden, welche Weltausschnitte, welche Personen, welche Gegenden, welche kulturellen Dinge uns ansprechen können, welche uns zum Klingen bringen können“ (Hartmut Rosa in Rosa/Endres, S. 96).

Und dann habe ich gedacht: Na, da ist er doch, der Kompass! Er besteht einfach aus den beiden genannten Fragen:

  • Was vermisse ich, was ich mir eigentlich vom Leben versprochen habe?
  • Welche Weltausschnitte bringen mich zum Klingen?

Ich hoffe, dass Rosas Werk dazu beiträgt, dass diese Fragen in der Schule gestellt werden. Aber man kann sich auch einfach selbst diese Fragen stellen, immer mal wieder. Vielleicht gerade in Zeiten, in denen man irgendwie feststeckt.

Was vermisse ich? Etwas, das ich mir erhofft habe und das aus welchen Gründen auch immer bisher nicht eingetreten ist. Mit anderen Worten: Ich schaue auf meine unerfüllten Sehnsüchte. Auf meine Bedürfnisse, die momentan im Mangel sind. Die eigenen Bedürfnisse kann man selbst ergründen, auch wenn es manchmal erst etwas geübt werden muss.

Welche Weltausschnitte bringen mich zum Klingen? Wie stoße ich auf meine Weltanverwandlungsausschnitte? Das ist schon schwieriger. Gezielt suchen, zufällig finden (Serendipidität) oder darauf gestoßen werden – all das ist möglich. Gute Fragen für die Suche nach dem, was mich zum  Klingen bringt, sind:
* Worein kannst du dich stundenlang vertiefen?
* Wovon kannst du mit Begeisterung erzählen?
* Wofür würdest du morgens freiwillig früher aufstehen?
* Was hast du als Kind gerne gemacht? [*]

Das ist der Kompass. Im Grunde ist es schon mehr als ein Kompass, denn er zeigt ja bereits einen Kurs an. Fehlt dann nur noch die Route.

[*] Die letzten beiden Fragen habe ich aus diesem Video von Nicola Schmidt. Anderes Thema, aber die Fragen passen gut hierhin.

einfaches Leben (2)

Einfaches Leben ist ja eine Sache, der ich mich verbunden fühle. Ich hatte hier auch schon einmal etwas dazu geschrieben. Aber was genau ist für mich eigentlich einfaches Leben?

Einfacher im Sinne von weniger: Das rechte Maß finden. Da wir in der westlichen Welt weit über unsere Maßstäbe leben, bedeutet ein rechtes Maß vor allem eines: weniger. Und zwar von (fast) allem. Auch wenn „weniger ist mehr“ wie ein Floskel klingt, merke ich immer wieder, dass sie stimmt, für mich stimmig ist.

„Weniger ist mehr“ gilt für mich nicht nur beim Verbrauch (Konsum), sondern auch bei all dem, was ich mental und emotional in mich reinlasse. Auch dazu hatte ich schon einmal etwas geschrieben. Es wird mir immer wichtiger.

Einfacher im Sinne von konzentrierter: Einen Fokus setzen. Das hat Daija auf liebevollerleben gut beschrieben:

„Unter einem einfachen Leben verstehe ich ein Leben, bei dem ich mich auf das, was mir wirklich wichtig ist, konzentriere; alles andere entferne ich in einem fortlaufenden Prozess, soweit dies möglich ist. […] Wenn man sich freiwillig für ein einfaches Leben entscheidet, geht es primär nicht um ein ‚Weniger‘ sondern um ein ‚Anders‘; in diesem Fall ist eher ein ’side-shifting‘ als ein ‚downshifting‘. […] Es geht darum, mehr Raum zu schaffen für individuell unterschiedliche Prioritäten: mehr mehr Zeit für zwischenmenschliche Beziehungen, Spiritualität, Lernen und persönliche Weiterentwicklung, Kreativität, Wohlbefinden oder soziales Engagement.

Einfacher im Sinne von natürlicher: Orientierung an der Natur. Dazu gehören möglichst natürliche Produkte und deren ebensolche Herstellung – bei all den Ambivalenzen, die damit oft verbunden sind (Wenn in unserer Biokiste manches Gemüse in Plastik eingepackt ist, ist das natürlich nicht Sinn der Sache. Wobei das andererseits auch wiederum kein Grund ist, keine Biokiste zu haben, denn Biogemüse in Plastik ist immer noch besser als konventionelles Gemüse in Plastik).

Orientierung an der Natur bedeutet für mich aber noch weit mehr: die Berücksichtigung von natürlichen Rhythmen wie den den Jahreszeiten (kleine Notiz dazu hier) und das Eingehen auf natürliche Entwicklungsschritte wie zum Beispiel beim „artgerecht“-Ansatz in der Erziehung.

Einige Erkenntnisse

Einfacher leben bedeutet für mich kein „Zurück“. Ich will nicht mit einem Steinzeit-Clan in einer Höhle leben. Ich will einfacher, nicht primitiver leben. Einfacher leben geht nach vorne, aber ohne ein „weiter so“.

Einfaches Leben verherrlicht nicht den Mangel, sondern sucht „ein Leben in Fülle“.  All das sage ich als jemand, der satt ist. Einfaches Leben ist ein Aufstand der Satten. Was die Idee nicht schmälert, aber man sollte es klar haben.

Ich lebe an vielen Punkten gar kein „einfaches Leben“. Aber trotzdem ist diese Idee für mich wichtig. Die Bilder, die ich mit einem einfachen Leben verbinde, sind für mich stark und wirksam, sie nähren und beruhigen mich.

Warum ich ein Öko bin

Für Umweltschutz habe ich mich eigentlich schon immer interessiert, mal mehr, mal weniger. Aber ein Öko bin ich nicht gar nicht so lange. Ich versuche es mit 5 Stichworten zu beschreiben. Es sind alles Dinge, die für mich erst in den letzten Jahren wesentlich geworden sind.

verbunden

Ich fühle in der Natur eine tiefe Verbundenheit. Nicht nur mit der Natur selbst, sondern auch darüber hinaus: mit mir, mit allem, was lebt, mit der Lebenskraft selbst (call it Gott). Zum Verbundensein habe ich ja schon ausführlicher gebloggt. Ich bin eingebunden in das Gewebe des Lebens. Ich bin ein Teil davon. Es ist ein fundamentaler Unterschied, ob ich mich selbst als Teil der Natur verstehe (Öko), oder ob die Natur eine pittoreske Kulisse ist, die man sauber halten sollte (Umweltschutz).

lebendig

Was mich unglaublich fasziniert, ist diese gewaltige Lebenskraft, die in der Natur steckt und die von ihr ausgeht. Es lohnt sich, sich mit Wildnis oder Grünkraft zu beschäftigen. Manchmal reicht es mir sogar schon, in einem Permakultur-Buch zu blättern und in der Schönheit der Bilder zu schwelgen und meine Gestimmtheit ändert sich schlagartig. 

einfach

Umso wichtiger mir die Natur wird, umso „natürlicher“ ich zu leben versuche, desto mehr freue ich mich über die einfachen Dingen. Ein einfaches, gutes Essen (Pellkartoffeln mit Quark, Spaghetti all’olio), Nichtstun in der Natur (anstatt einer „Freizeitbeschäftigung“ nachzugehen), Leben im Rhythmus der Jahreszeiten… Für manche mag das angstbesetzt sein (natürlicher leben = weniger haben), aber mich befreit und beruhigt es ungemein.

pflegnutzen

Unsere Ressourcennutzung ist bei Lichte betrachtet gar keine – sie ist Ressourcenverbrauch. Das können wir auch mit „Nachhaltigkeit“ nicht retten, denn das meint lediglich, nicht mehr zu entnehmen als nachwächst. Doch wir müssen irgendwie vom Verzehren zum Nutzen kommen. Und momentan bedeutet das erst einmal, der Natur wieder mehr zurückgeben. Ein gutes Beispiel dafür ist die aufbauende Landwirtschaft, die durch Nutzen Pflegen will. Ein schönes Wort dafür ist pflegnutzen. Ganz in diesem Sinn verstehe ich das „Bebauen & Bewahren“ des zweiten biblischen Schöpfungsberichts (Genesis 2, 15).

enkeltauglich

Ich mag den Gedanken, etwas weiterzugeben. Ich habe selbst etwas bekommen und habe es mit dem mir Eigenen angereichert. Das ist das, was meine Nachfahren wiederum von mir bekommen werden. Ich finde diesen Gedanken schön, ergreifend, tröstend. (Dazu habe ich hier schon einmal kurz etwas geschrieben.) Ich mag die Idee einer enkeltauglichen Lebensweise – nicht auf meinem Vorteil bedacht zu sein, sondern auf den der nach mir Kommenden.

Hoffnung durch Handeln durchgebloggt – Mein Fazit (activehope #08)

Zwei Dinge finde ich an Joanna Macys Active Hope-Ansatz wirklich genial. Zum einen die Erkenntnis, dass es 3 Grundtypen von Stories über den Gang der Welt gibt: die Das-ist-der-normale-Gang-der-Dinge-Geschichte („So läuft das halt“), die Alles-geht-den-Bach-runter-Geschichte („Früher war alles besser“) und die Großer-Wandel-Geschichte („Ein anderes Leben ist möglich“). In der ersten Geschichte ist grundlegender Wandel kaum möglich, stattdessen gibt es hier und da Optimierungen, die wir fälschlicher Weise für Wandel halten (bestes Beispiel sind momentan Autos mit Elektroantrieb, die angeblich „die Zukunft“ sind, aber kein einziges Verkehrsproblem wirklich lösen). In der zweiten Geschichte gibt es einzig und allein einen Wandel zum Schlechten und in der dritten Geschichten sind wir selbst der Wandel, wir & jetzt.

Und dann ist da Joanna Macys „Arbeit, die wieder verbindet“, die sie in ihrem jahrzehntelangen Engagement in der Friedens- und Umweltbewegung entdeckt bzw. entwickelt hat. Sie schlägt die Bearbeitung von vier Schritten in einer bestimmten Reihenfolge vor – Dankbarkeit, Schmerz, Neues Sehen, Weitergehen – um den Großen Wandel zu ermöglichen. Diese Spirale ist die Alternative zum PDCA-Zyklus in der Das-ist-der-normale-Gang-der-Dinge-Geschichte und dem Teufelskreis in der Alles-geht-den-Bach-runter-Geschichte.

Ich nutze die Spirale mittlerweile recht häufig zur  didaktischen Reflexion. Sie deckt sich dabei mit den Jahreszeiten-Qualitäten des Lebenskompasses von Ursula Seghezzi: Herbst/Dankbarkeit, Winter/Trauer, Frühling/Neues Sehen, Weitergehen und (gemeinsames) Handeln/Sommer. Diese Analogie ist für mich eine tolle Entdeckung. Sie zeigt mir noch einmal, wie bedeutsam die Reihenfolge der Spirale ist, weil sie einer natürlichen Struktur entspricht.

Die Erkenntnisse hinter den 3 Geschichten und den 4 Schritten mögen schlicht sein, aber stimmig. Und aus didaktischer Sicht kann ich bestätigen, dass sie in die Tiefe führen (können) und genau die relevanten Punkte in Wandlungsprozessen berühren.

Das Buch „Hoffnung durch Handeln“ hat durchaus auch nicht ganz so gelungene Seiten: Den Aufbau finde ich nicht ganz stringent, die Gliederung ist etwas unübersichtlich. Manches ist etwas langatmig und auch mit dem amerikanischen Stil tue ich mich eher schwer. Dies sei einfach der Vollständigkeit halber gesagt…

Wer weitere Anregungen sucht, kann ja mal dieses Schaubild meditieren (auch wenn es etwas überfrachtet ist). Oder dieses Interview mit Joanna Macy lesen.

Für mich ist der nächste Schritt – der aber noch einiges an Sinnieren und Probieren erfordert – Joanna Macys Grundidee mit der Arbeit und den spirituellen Übungen von Pia Gyger zu verbinden. Es gibt Parallelen in den beiden Werken – auch wenn sie völlig unterschiedlich sind – und ich habe das Gefühl, dass das gut zusammenpasst und und auch nochmal richtig Wumms geben würde. Allerdings ist das im Moment nur ein Bauchgefühl, bisher habe ich noch keinen richtigen Dreh, beide  konkret zu verbinden. Kommt noch.

Abschließend noch einmal alle acht Blogbeiträge von mir in der Übersicht:

Hoffnung durch Handel (avtivehope #01)Einführung
Hoffnungsgründe (ativehope #02)
Beginnen mit Dankbarkeit (activehope #03)1. Schritt
Warum ändert man nichts? (activehope #04)
Den Schmerz würdigen (activehope #05)2. Schritt
Neues Sehen (activehope #06)3. Schritt
Weitergehen und Handeln (activehope #07)4. Schritt
Hoffnung durch Handeln durchgebloggt – Mein Fazit (activehope #08) –> das ist hier!

Weitergehen und Handeln (activehope #07)

Im 4. Schritt von Active Hope geht es darum, ins Handeln zu kommen – so ja auch die deutsche Übersetzung von Active Hope: Hoffnung durch Handeln. Das braucht visionäre Begeisterung und pragmatische Unterstützung.

Wie komme ich ins Handeln? Wie kann ich nach den ersten drei Schritten von Dankbarkeit, Schmerz und Perspektivwechsel nun gut und gestärkt weitergehen? Ich habe drei Ideen ausgesucht und noch um eine vierte ergänzt.

Gleichzeitig „groß“ und „klein“ denken

Der Übung „Identifiziere dich mit deinen Zielen und Ressourcen“ (S. 181-182) habe ich ich diese beiden Fragen entnommen:

  • Wenn du wüsstest, dass du nicht scheitern könntest, was würdest du dann am liebsten für die Gesundung der Welt tun? (S. 181)
  • Welchen Schritt kannst du innerhalb der nächsten Woche machen, ganz gleich, wie klein er sein mag […], der dich deinem Ziel näher bringt? (S. 182)

Die erste ermutigt dazu, wirklich „groß“ zu denken, die zweite würdigt die ganz kleinen Schritte, mit denen alles beginnt. Diese beiden Fragen eignen sich gut für pädagogische Prozesse, am besten in Dyaden oder Triaden – und ruhig langsam angehen

Drei Unterstützungsarten

Um Unterstützung aufzubauen, ist es gut, die drei wichtigsten Unterstützungsarten einzeln zu betrachten: Verbündete, Wissen und Rüstzeug. Das hatte ich bereits in diesem Blogbeirag erwähnt. Also:

  • Welche Verbündeten brauche ich?
  • Welches Wissen brauchen ich?
  • Welches Rüstzeug (Fähigkeiten, Methoden, Anleitungen…) brauche ich?

Gelübde schreiben

„Gelübde“ ist wirklich ein seltenes Wort. Es meint ein selbst gewähltes Versprechen, das man sich gibt, im kommunitären Zusammenhang ist es eine Lebensregel, auf die sich eine Gemeinschaft verpflichtet. Joanna Macy formulierte ein Gelübde, nach dem sie dieser Idee zunächst skeptisch gegenüberstand. Es war ihr wohl religiös zu aufgeladen. Aber die Idee ist simpel und gut: Formuliere eine persönliche Lebensregel (die nur für die gilt und der nur du dich selbst zu verantworten hast), die aus maximal fünf Punkten besteht.

Peter Aschoff zitiert Joanna Macys Gelübde in einem Beitrag auf seinem Blog und vergleicht es auch gleich mit der Lebensregel der Iona-Gemeinschaft. Dies war übrigens eine meiner ersten Begegnungen mit dem Werk von Joanna Macy.

Aufmerksamkeit auf meinen Einflussbereich lenken

Diese ist Idee habe ich hier auf dem Pioneers of Change-Blog von Martin Kircher gefunden. Es ist ein ganz einfaches Bild, das nur aus zwei konzentrischen Kreisen besteht: Der größere umfasst alles, was mich beschäftigt („circle of concern“), der kleinere umfasst das, worauf ich selbst einen Einfluss habe („circle of influence“). Es geht schlicht und einfach darum, beides zu unterscheiden und die Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was ich selbst beeinflussen kann – um dann zu versuchen, diesen Bereich zu vergrößern.

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Zu guter Letzt: Die Änderung der Vorhersehung

Joanna Macy zitiert eine schöne Passage, die Johann Wolfgang von Goethe zugeschrieben wird (wahrscheinlich aber von W. H. Murray ist):

In dem Augenblick, in dem man sich endgültig einer Aufgabe verschreibt, bewegt sich die Vorsehung auch. Alle möglichen Dinge, die sonst nie geschehen wären, geschehen, um einem zu helfen. Ein ganzer Strom von Ereignissen wird in Gang gesetzt durch die Entscheidung, und er sorgt zu den eigenen Gunsten für zahlreiche unvorhergesehene Zufälle, Begegnungen und Hilfen, die sich kein Mensch vorher je so erträumt haben könnte. Was immer Du tun kannst oder wovon Du träumst, beginne es. Kühnheit trägt Genius, Macht und Magie. Beginne jetzt.

Neues Sehen (activehope #06)

Weiter mit meiner Blog-Serie zu Joanna Macys Active Hope: Nachdem man mit der Dankbarkeit begonnen und den Schmerz gewürdigt hat, kann nun der dritte Schritt der Spirale kommen: Mit neuen Augen sehen. Joanna Macy nutzt dafür vier Mut machende Veränderungen der Wahrnehmung:

„Wir sehen sie gerne als vier Entdeckungen an: eine erweiterte Sichtweise vom ‚Selbst‘, eine andere Art von Macht, eine tiefere Erfahrung von Gemeinschaft und das Denken in längeren Zeiträumen“ (S. 83).

Diese vier Wahrnehmungsänderungen – sind es wirklich Wahrnehmungsänderungen oder ist es nicht eher ein Reframing, also eine Änderung des Deutungsrahmens? – bezieht Joanna Macy natürlich immer auf ihr Großthema „sozialökologischer Wandel“. Es ist also eine gezielte Auseinandersetzung mit diesen vier vorgegebenen Themen (oder Teilen davon), die zu einem Perspektivwechsel des Ausgangszustandes führen mögen.

Um sich mit diesen vier Themen auseinanderzusetzen (oder auch mit anderen Aspekten, die im Prozess auftauchen), kann man überlegen, was das jeweilige Thema in den drei Geschichten business aus usual, fortschreitender Zerfall und Großer Wandel bedeutet und welche unterschiedliche Sicht dadurch möglich wird.

Gerade der neue Zugang zum Zeitverständnis ist spannend. Das „holt uns aus den Minidramen des business as usual heraus und verpflanzt uns in eine wahrere und umfassendere Geschichte“ (S. 142). Hier gibt es zwei Ansätze: Zum einen in längeren, größeren, weiteren Zeiträumen zu denken – dies ist ein wesentlicher Unterschied zum business as usual-Modell, das per se kurzfristig denkt.

Zum anderen kann es fruchtbar sein, von der Vergangenheit und von der Zukunft her zu denken, oder genauer: mit den realen oder imaginierten Vorfahren und Nachfahren zu arbeiten. Man sollte dann allerdings beachten, dass didaktisch hier vier Ansätze möglich sind, da es zwei Zeitdimensionen (Vergangenheit und Zukunft) und zwei Zeitrichtungen (mit und gegen den Lauf der Zeit) gibt. Im Buch Hoffnung durch Handeln kommt das meiner Meinung nach nicht klar genug heraus. Man kann sich die Zukunft vorstellen („Brief an die Zukunft“, S. 149) oder einen imiginären Rückblick von der Zukunft auf uns versuchen („Brief von der 7. Generation an uns“, S. 148; siehe auch S. 159-160). Beim Arbeiten mit der Vergangenheit kommt man in Bereiche, die vor allem von der sytemischen Aufstellung genutzt werden: Man kann den Vorausgegangenen für das danken, was sie uns ermöglicht haben bzw. zurückweisen, was wir nicht weiterführen möchten. Oder man versucht, sich in die Kraft und den Segen der Ahnen  zustellen.

All das passt methodisch nun nicht immer. Deshalb schlage ich noch zwei weitere Vorgehensweisen vor, die ganz anders geartet sind, aber genau der Idee des „Mit neuen Augen sehen“ entsprechen:

Einfach kommen lassen

Oft kommen wir nicht auf Neues, weil wir dem Neuen gar keinen Raum geben. Dann können wir es halt auch nicht sehen. Wir suchen permanent Ablenkung oder denken, dass wir Impulse oder Inspiration von außen brauchen und schütten uns damit zu. Und so können wir gar nicht bemerken, was bereits in uns ist.

Einfachste Intervention: Nichts tun, einfach mal nichts tun. Und das aushalten, ohne Ablenkung oder Inspiration zu suchen. Genauer gesagt ist es nicht „nichts tun“ – denn genauso wie man nicht nicht kommunizieren kann, kann man strenggenommen auch nicht „nichts tun“ – sondern ein „nicht Tun“. Ähnlich dem daoistischen wu wei.

Der „Trick“ dabei ist: Wenn man Dankbarkeit und Trauer/Schmerz wirklich wahrgenommen hat, wenn sie ihren Raum bekommen haben, wenn man sie an den richtigen Platz gerückt hat, dann wird in diesem 3. Schritt nicht „nichts“ sein, sondern es wird sich etwas zeigen. Vielleicht dauert es etwas…

Bedürfnisse ins Spiel bringen

Werfen wir noch einmal einen Blick auf die ersten beiden Schritte: Das, wofür man dankbar ist, deutet auf erfüllte Bedürfnisse hin und das, worüber man trauert, deutet auf unerfüllte Bedürfnisse hin. Da man sich also schon intensiv mit den betroffenen Bedürfnissen beschäftigt hat – auch ohne dies so zu nennen – könnte man im dritten Schritt damit fortfahren.

Wie können die Bedürfnisse, die im Mangel sind, gestillt werden? Dazu schaut man, welche Bedürfnisse in den ersten beiden Schritten aufgetaucht sind – meist muss man sie noch einmal klar benennen – und überlegt, mit welchen anderen als der bisherigen Strategien („Lösungen“, „Maßnahmen“) sie zu befriedigen sind. Auch das kann eine Art des „Neuen Sehens“ im Dritten Schritt von Active Hope sein.