Sachenmachenliste und Büchergelesenhaufen 2016

Huuu, neues Jahr! Schnell noch der Rückblick. Diesmal in zweifacher Ausführung.

Hier erstmal der Rückblick auf die 2016er-Sachenmachen-Liste:

Diesen Blog habe ich – meinen geringen Kenntnissen entsprechend – etwas aufgehübscht. Etwas professioneller soll’s noch werden, das steht noch aus. Aber er soll als Blog erkennbar sein, ganz oldschool. — Im Hohen Venn waren wir, sogar zweimal. Schön da. — Ich habe an insgesamt 5 Seminaren teilgenommen (geplant waren 6), volles Programm. Und siehe, es war sehr gut. Sehr sehr. Thematisch drehte es sich dabei immer um Wandel & Transformation. Viel erfahren und gelernt, und auch auf einer Meta-Ebene prägend (ich bin ja selbst in der Bildungsarbeit tätig und gucke mir gerne was ab). —  Das Sommerfest wurde ein Herbstfest, richtig schön. Und so einfach: Termin festlegen, anderen Kita-Eltern bescheid geben, Kaffeemaschine im Garten installieren und Feuer anmachen. Fertig. — Ich bin ja kein großer Bibelleser (die Geschichten und die Weisheit finde ich toll, aber sowohl als literarisches Werk wie auch als heiliges Buch ist es für mich immer wieder schwierig), daher ab und an mal bestimmte Leseabsichten. Und hier bin ich auf eine wirklich interessante Idee gestoßen: alles, was Jesus gesagt hat, rot markieren. Also eine selbstgemachte Red-Letter-Edition. Noch lange nicht fertig, aber erkenntnisreich. — Das Lastenfahrrad ist noch nicht gekauft, ich liebäugle mittlerweile auch viel mehr mit einem E-Bike samt einem Kindersattel auf dem Oberrohr. — Das Familienseminar bei Sobonfu war richtig gut. Und bei uns reift die Idee, aus dem Format „Familienseminar“ bzw. „Familien auf Seminare“ etwas zu machen. — Sich mit dem Thema Zucker zu beschäftgigen war ein echter Augenöffner (hinter die Erkenntniss, dass eine handeslübliche Tafel Schokolade aus 50g – also der Hälfte! – an Zucker besteht, kann ich nun nicht mehr zurück). Aber zuckerfrei kann und will ich nicht. — Kohlenstofflich habe ich dieses Jahr Jan, Wolfgang, Yvonne, Sandra und Konrad aus meiner Twitteria kennengelernt, beim EmergentForum war ich leider doch nicht. — Ja, und der gute Ort, das wird. Sowohl an Ideen als auch konkret.

Ob es für dieses Jahr auch wieder eine Sachenmachenliste gibt? Ich weiß es noch nicht… Aber jetzt kommt Teil II des Jahresrückblicks:

Das hier sind die Bücher, die ich im letzten Jahr gekauft habe. Nicht alle ganz durchgelesen (Sachbücher lese ich eh nicht linear und außerdem hat Marshall McLuhan ja völlig recht!), aber zumindest erkenntnsigewinnend gelesen. Darum geht’s ja. Ich klage ja immer darüber, dass ich keine Zeit zum Lesen habe, aber mir scheint die These doch nicht ganz haltbar zu sein:

wp_20170104_007Ich will hier jetzt keine Buchbesprechung zu jedem einzelnen machen, nur ein paar rückblickende Beobachtungen aufzählen:

Ja, es sind ausschließlich Sachbücher. Zum Belletrsitiklesen habe ich einfach zu wenig Ruhe. Es gibt ein paar Bücher, die ich aus rein privatem bzw. aus rein beruflichem Interesse lese (letzteres waren eher Bibliotheksbücher, die sind hier nicht mit dabei), aber eigentlich ist das nur schwer zu trennen. Meine privaten und beruflichen Themen sind auch nicht immer zu trennen. Und das finde ich sehr gut so.

Die oberste Reihe sind die Bücher rund um Familie. Man erkennt wohl die Artgerecht/Achtsamkeits-Tendenz. „Wurzeln & Flügel“ habe ich gleich als Tipp in meinem Familienspiritualitäts-Blogpost aufgenommen. Den Doppelband von Joseph Cornell zur Naturerfahrung mit Kindern habe ich mir zugelegt, weil ich eine Waldgruppe in der Kita mache – und musste feststellen, dass Wald solch ein Selbstläufer ist, dass man gar keine Naturspiele braucht.

(Was hier völlig fehlt sind die Kinderbücher. Die meisten leihen wir uns zudem aus der Bibliothek aus)

Das Thema gewaltfreie Kommunikation brachte meine Frau letztes Jahr mit. Ich bin begeistert – weniger als Kommunikations-, sondern als Selbsterkundungsmethode. Und man kann sehen, wie vielseitig die GfK ist. Zwei Bücher (oben rechts) gehören in die Familienreihe, der Übungsbuch-Klassiker ins dienstliche Bücherregal und das „Exerzitien“-Buch nutzt GfK als spirituellen Übungsweg.

Wandel & Transformation – das ist die mittlere Reihe. Durchgearbeitet habe ich die beiden wirklich dicken Schinken von Ursula Seghezzi. Da mich die Frage interessiert, wie/ob ihr Lebensrad mit dem christlichen Kirchenjahr vereinbar ist, musste ich mir noch den Bieritz als Nachschlagewerk dazu kaufen. Zur Frage (bzw. dem Problem) des Naturbezugs des Christentums ist Hans-Joachim Werners „Eins mit der Natur“ ein wunderbarer Türöffner. Und ein Augenöffner ist Vivian Dittmars Gebrauchsanweisung für Gefühle. Dieses Buch, in dem Gefühle als „soziale Kräfte“ und der Umgang mit ihnen vorgestellt werden, ist gerade in unserer postfaktischen Zeit unendlich wichtig. Denn jetzt werden ständig auf ziemlich dumme Art „Vernunft“ und „Gefühle“ gegeneinander ausgespielt, sehr gefährlich! Lesen, lesen, lesen – am besten in Kombination mit Marshall Rosenberg! Über das Buch von Diana Richardson, das letzte in dieser Reihe, schweige ich mich hier aus : ))  Ich empfehle aber, in die Materie einzudringen.

Christliche Spiritualität & weitere Weisheitstraditionen. Dazu gehören auch die gerade erwähnten Bücher zur Natur, zum Kirchenjahr und das Exerzitien-Buch. Über eine „Spirituality of Food“ schreibt die Quäkerin Lisa McMinn. Die Bücher von David Steindl-Rast und Henri Nouwen habe ich hier im Blog ja schon vielfältig verarbeitet. Das steht für das Buch von Richard Rohr über das falsche und das wahre Selbst noch aus. Das Buch werde ich mir nochmal als Passions-Lese vornehmen. Richard Rohr setzt hier Christi Sterben und Auferstehung in Bezug zum Sterben des Egos und der Auferstehung des Selbst. Zu gegebener Zeit dazu mehr hier im Blog. Dann noch ein paar Bücher zu anderen Weiheitstraditionen, vor allem John O’Donohues Anam Cara (das nicht unchristlich, aber vor allem keltisch ist) fehlte noch im Bücherregal.

Last but not least gleich vier Bücher aus dem Drachenverlag, meine Entdeckung des letzten Jahres. Der Drachenverlag gibt auch die OYA heraus und ich könnte glatt das halbe Sortiment aufkaufen (natürlich neben dem Sortiment des Arbor-Verlags – dieses Jahr nur ein Buch von dort, aber ein ganz wichtiges). Über Wendel Berrys „Körper und Erde“ ist auch schon ein Blogbeitrag in Arbeit, das Schwitzhüttenbuch wird mögen, wer Schwitzhütten mag und bei der Permakultur will ich der Frage nachgehen, inwiefern die Prinzipien (über den Ökoanbau hinaus) generell als Bausteine für „gutes Leben“ taugen.

Väter in Bilder- und Kinderbüchern

Mehr oder weniger durch Zufall bin ich darauf gestoßen: Eine Liste mit Bilder- und Vorlesebüchern, Kinder- und Jugenbüchern, in denen Väter eine bewusste Rolle spielen. Christian Meyn-Schwarze hat sie zusammengestellt und die einzelnen Bücher gemeinsam mit einer kleinen Gruppen von Literaturbegeisterten kommentiert. Die Liste wird jährlich aktualisiert und umfasst momentan rund 300 Titel. UPDATE: Hier ist die aktuelle Liste (Stand Nikolaus 2016) (Stand Nikolaus 2016).

Allein ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis der Liste zeigt schon, wie vielfältig die Kinderbuchliteratur mittlerweile ist:

  • Der werdende Vater
  • Der Vater mit kleinen Kindern – zweites bis viertes Lebensjahr
  • Der Vater mit Kindergartenkindern – viertes bis sechstes Lebensjahr
  • Der Vater mit Schulkindern – siebtes bis zehntes Lebensjahr
  • Der Vater in der Jugendliteratur – ab 10
  • Die Suche nach dem biologischen Vater
  • Der Vater, der um seinen Sohn trauert
  • Der alleinerziehende Vater mit ganz kleinen Kindern
  • Der alleinerziehende Vater mit Kinder ab drei
  • Der alleinerziehende Vater mit Schulkindern
  • Der alleinerziehende Vater mit Jugendlichen
  • Der Vater als Witwer
  • Der getrennt lebende Vater
  • Der Patchwork-Vater / Der „neue“ Vater
  • Der schwule Vater
  • Der soziale Väter – Adoptions- und Pflegevater
  • Der arbeitslose Vater
  • Der kranke Vater – der behinderte Vater
  • Der verstorbene Vater
  • Der Großvater und „Ersatz-Großvater“
  • Abschied vom Großvater
  • Väter in Nebenrollen, die sich positiv hervorheben
  • Erwachsene erinnern sich an ihren Vater
  • Der Vater mit behinderten Kindern
Ich finde das eine wunderbare und wertvolle Arbeit und verlinke sie hier, in der Hoffnung, dass diese Liste noch bekanter wird – und natürlich die Bücher! Schade ist einzig, dass die Liste nur als PDF vorliegt – hier würde sich doch ein Blogprojekt geradezu aufdrängen.

Vater-Sohn-Wochenende

Letztes Wochenende war ich – zum ersten Mal – auf einem Vater-Kind-Wochenende. Leider war es nur eine kleine Gruppe mit 5 Vätern und 7 Kindern. Aber es war richtig gut und auch eine wohltuende Erfahrung. Und dem Hannoverjungen hat’s auch gefallen.

Vier kleine Aha-Effekte möchte ich kurz festhalten.

Präsent sein.

Zwei Tage alleine für den Großen da zu sein – das war eine tolle Erfahrung. Es gab keine anderen Verpflichtungen und keine Ablenkungen. Wenn er etwas wollte, hatte ich Zeit. Wunderbar. Dadurch lief Vieles einfach stressfrei – ganz anders als im Alltag. Wir schliefen sogar in einem Bett, auf einer 80cm-Matratze, denn wir  hatten ein Stockbett und mir war klar, dass er nicht alleine schlafen wollte (egal ob oben oder unten). Solche Wochenenden, solche Zeiten braucht es wesentlich häufiger und am besten regelmäßig.

Barmherziger werden.

Ich habe die Macken andere Väter und anderer Kinder mitbekommen. Das tut gut. Es macht mich nämlich barmherziger mit den eigenen Macken und denen meines Kindes. Es gibt Dinge, die mich immer wieder bei meinem Sohn nerven. Und ich erlebe auf einmal die gleichen Dinge bei anderen – und zwar in viel „schlimmeren“ Ausmaß. Das rückt mein eigenes Maß wieder zurecht: Das, was mich ärgert, ist gar nicht so schlimm.

Wollen und nicht können.

Der Hannoverjunge wollte immer mit dabei sein und war es auch. Allerdings gab es Sachen, bei denen er neben den Größeren nicht zum Zuge kam. In der Sporthalle (die luxuriöser Weise zu dem Freizeitheim gehörte) konnte er nicht bei allem mitmachen, weil er zu klein war. Und dann setzt wirklich eine richtige Not ein: wollen und nicht können. Das übertrug sich dann leider auch auf Sachen, die er locker könnte, aber zu denen er dann plötzlich doch nicht mehr in der Lage war. Helfen und trösten hilft dann nicht. Diese Not rührt mich immer sehr an. Und ich kann ihn so gut verstehen.

Wald geht immer.

Wir waren zweimal draußen im Wald und zweimal drinnen in der Sporthalle. In der Halle wurden aus Matten, Bänken und Kästen Hindernisse gebaut und natürlich auch Fußball gespielt, im Wald gab es Waldspiele und Freispiel. Ich finde beides gut. Mir ist aber aufgefallen, wie begrenzt letztlich die Sporthalle ist. Die Energie in einer Sporthalle geht immer in eine Richtung: Auspowern. Im Wald geht das natürlich auch, aber man kann genau so gut abschalten oder runterkommen. Und der Wald bietet mehr Gelegenheiten für altersübergreifendes Spielen: Wenn im Wald ein Ast zu schwer ist, nimmt man halt einen anderen und kann weiterspielen, wenn aber in der Sporthalle ein Kasten zu hoch ist, ist er zu hoch und dieses Spiel geht dann einfach nicht (oder das Setting muss erst wieder umgebaut werden).

 

Kartenkind

Der Hannoverjunge liebt Landkarten. Das überrascht mich nicht, denn schließlich ist er mein Sohn. Aber dass er mit knapp 4 Jahren schon Kartenlesen kann, haut mich dann doch um. Die Verbindung zwischen Karte und Wirklichkeit kriegt er natürlich nicht hin, aber in die Kartenwirklichkeit kann er richtg eintauchen.

Alles fing im Urlaub mit dieser Karte an, die ich ihm irgendwann beim Autofahren in die Hand gedrückt habe. Weiterlesen „Kartenkind“

Weidentipi

Unser Weidentipi steht. Das Bauen ist wirklich einfach und macht Spaß. Wir sind etwas spät dran (man sagt, dass bis Ende März die geschnittenen Weidenruten eingepflanzt sein sollten) und ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob wir eine optimale Weidenart haben. Es gibt wohl einige hundert Arten, und um welche es sich bei uns handelt, ist nicht so ganz klar.

weidentipiSollten die Weiden nicht anschlagen, könnte das natürlich auch daran liegen, dass Weiterlesen „Weidentipi“