einfaches Leben (2)

Einfaches Leben ist ja eine Sache, der ich mich verbunden fühle. Ich hatte hier auch schon einmal etwas dazu geschrieben. Aber was genau ist für mich eigentlich einfaches Leben?

Einfacher im Sinne von weniger: Das rechte Maß finden. Da wir in der westlichen Welt weit über unsere Maßstäbe leben, bedeutet ein rechtes Maß vor allem eines: weniger. Und zwar von (fast) allem. Auch wenn „weniger ist mehr“ wie ein Floskel klingt, merke ich immer wieder, dass sie stimmt, für mich stimmig ist.

„Weniger ist mehr“ gilt für mich nicht nur beim Verbrauch (Konsum), sondern auch bei all dem, was ich mental und emotional in mich reinlasse. Auch dazu hatte ich schon einmal etwas geschrieben. Es wird mir immer wichtiger.

Einfacher im Sinne von konzentrierter: Einen Fokus setzen. Das hat Daija auf liebevollerleben gut beschrieben:

„Unter einem einfachen Leben verstehe ich ein Leben, bei dem ich mich auf das, was mir wirklich wichtig ist, konzentriere; alles andere entferne ich in einem fortlaufenden Prozess, soweit dies möglich ist. […] Wenn man sich freiwillig für ein einfaches Leben entscheidet, geht es primär nicht um ein ‚Weniger‘ sondern um ein ‚Anders‘; in diesem Fall ist eher ein ’side-shifting‘ als ein ‚downshifting‘. […] Es geht darum, mehr Raum zu schaffen für individuell unterschiedliche Prioritäten: mehr mehr Zeit für zwischenmenschliche Beziehungen, Spiritualität, Lernen und persönliche Weiterentwicklung, Kreativität, Wohlbefinden oder soziales Engagement.

Einfacher im Sinne von natürlicher: Orientierung an der Natur. Dazu gehören möglichst natürliche Produkte und deren ebensolche Herstellung – bei all den Ambivalenzen, die damit oft verbunden sind (Wenn in unserer Biokiste manches Gemüse in Plastik eingepackt ist, ist das natürlich nicht Sinn der Sache. Wobei das andererseits auch wiederum kein Grund ist, keine Biokiste zu haben, denn Biogemüse in Plastik ist immer noch besser als konventionelles Gemüse in Plastik).

Orientierung an der Natur bedeutet für mich aber noch weit mehr: die Berücksichtigung von natürlichen Rhythmen wie den den Jahreszeiten (kleine Notiz dazu hier) und das Eingehen auf natürliche Entwicklungsschritte wie zum Beispiel beim „artgerecht“-Ansatz in der Erziehung.

Einige Erkenntnisse

Einfacher leben bedeutet für mich kein „Zurück“. Ich will nicht mit einem Steinzeit-Clan in einer Höhle leben. Ich will einfacher, nicht primitiver leben. Einfacher leben geht nach vorne, aber ohne ein „weiter so“.

Einfaches Leben verherrlicht nicht den Mangel, sondern sucht „ein Leben in Fülle“.  All das sage ich als jemand, der satt ist. Einfaches Leben ist ein Aufstand der Satten. Was die Idee nicht schmälert, aber man sollte es klar haben.

Ich lebe an vielen Punkten gar kein „einfaches Leben“. Aber trotzdem ist diese Idee für mich wichtig. Die Bilder, die ich mit einem einfachen Leben verbinde, sind für mich stark und wirksam, sie nähren und beruhigen mich.

Advertisements

Grüne Kirche

Wie kann eine Kirchengemeinde ökologischer werden? Für einen Workshop mit Presbyter/innen habe ich Beispiele gesammelt, die besonders auf den spirituellen Gehalt ökologischen Tuns zielen und einen konkreten Bezug zum Gemeindeleben haben.

Schöpfungsverantwortung ist für mich kein Ethik-Programm, sondern ein – christlicher – Beitrag zum ökosozialen Wandel. Ich hatte hier schon einmal in aller Kürze auf die vier Dimensionen des Wandels hingewiesen: Zerstörung entgegenwirken, Alternativen entwickeln, Strukturen gestalten und Bewusstsein wandeln. Alle vier Dimensionen sind wichtig, alle bedingen sich gegenseitig – aber man kann anfangen, wo man will! Und jede dieser Dimensionen zeigt etwas Wesentliches der Schöpfungsverantwortung, jede Dimension ist christlich interpretier- und reflektierbar. Mir ist besonders wichtig, dass ethische Reflexionen, moralische Appelle und konkrete Taten spirituell gegroundet sind. Denn sonst bleiben sie intellektualisierend, moralinsauer oder aktionistisch. Und das hilft leider nicht.

Hier nun meine Ideen-Sammlung, anderthalb Dutzend, 6 mal 3 Inspirationen. Die Liste ist beliebig erweiterbar. Die Kategorien sind willkürlich, sie dienten einfach dazu, den Workshop zu strukturieren.

 

 

Lebendigkeit fördern

Hecken pflanzen

Ein Pastor in der Uckermark hat das „Hecken-Projekt“ erfunden: Die Kirchengemeinde pflanzt auf ihren eigenen (verpachteten) Grundstücken neue Feldhecken. Das verhindert Bodenerosion (ein großes Problem in der Uckermark), fördert den Lebensraum von vielen Tieren und trägt zur Klimaregulierung bei.

Das ist ein tolles Gemeindeprojekt – man kann zum Beispiel zur Taufe oder Konfirmation Hecken-Meter verschenken – und es ist auch auf Stadt-Kirchengemeinden übertragbar. Viele Grundstücke um Kirchen und Gemeindehäuser sind recht lieblos bepflanzt. Mit so etwas Simplem, aber ökologisch absolut Hochwertigem (solange es keine Thuja-Hecken sind) kann man einen praktischen und vor allem schönen Beitrag leisten. Hier ist das Heckenprojekt auf Facebook.

Diese Idee war übrigens der Startschuss für mich, einmal nach etwas anderen Öko-Ideen für Kirchengemeinden zu suchen.

Weidenhäuser pflanzen

Bekannt und bewährt, aber doch erstaunlich selten um Gemeindehäuser oder in Kindergärten zu finden sind selbstgepflanzte Weidentipis, -tunnels oder -iglus. Wer mit der Bildersuche „Weidentipi“ googelt finden viele tolle Ideen! Und es ist einfach und so gut wie kostenlos. Denn im frühen Frühjahr werden von Naturschutzverbänden Kopfweiden geschnitten, wer mithilft, darf Weitenruten mitnehmen. Wie das Ganze geht, findet man zum Beispiel hier.

Saatgutbörse

Es gibt kaum etwas so Faszinierendes wie Samen, Saatgut. Aus diesen winzigen trockenen Dingern wächst neues Leben! Unglaublich, oder? Man kann Kita-Kinder dafür begeistern, ganze Bibelwochen zu dem Thema gestalten und das Wunder der Schöpfungs(kraft) damit verdeutlichen. Und auch etwas ganz Konkretes tun: eine Saatgutbörse veranstalten.

Zum Beispiel als Teil des Gemeindefestes oder Adventsbasars. Es müssen ja nicht immer Häkeldeckchen sein. Es gibt bestimmt einige Menschen in der Gemeinde, die gärtnern und eigenes Saatgut anbieten könnten. Man braucht etwas Ahnung von der Materie, aber das ist machbar. Die beiden wichtigsten Grundregeln bei Saatgutbörsen lauten: Saatgut wird verschenkt oder getauscht, niemals verkauft. Und auf Saatgutbörsen gibt es nur samenfeste Sorten, keine Hybrid-Sorten! Praktische Tipps und ein Verzeichnis der stattfindenden Saatgutbörsen gibt es hier, politischer wird es hier.

 

Verankerung im Kirchenjahr

Nur was seinen festen Platz im Kirchenjahr hat, wird auch gefeiert. Und nur was immer und immer wieder gefeiert wird, verankert sich tatsächlich im Gemeindeleben. Also: Schöpfung ins Kirchenjahr!

Schöpfungszeit

Es gibt eine „neue“ Kirchenjahreszeit: die Schöpfungszeit. Das ist der Zeitraum vom 1. September (dem orthodoxen Schöpfungstag) bis zum 4. Oktober (dem Gedenktag von Franz von Assisi). Einstiegsinfos gibt es im Wikipedia-Artikel. Evangelischerseits ist es vor allem der Schöpfungstag, der erste Freitag im September, der sich langsam einbürgert.

Fastenzeit

Wir können es drehen und wenden, wir leben weit über unsere Verhältnisse. Sich daher der Frage zu stellen, was wir wirklich zum Leben brauchen, wie wir einfacher und mit weniger leben können, ist wohl eine der wichtigsten aber leider auch unangenehmsten Fragen. Die Passionszeit bietet sich hier an, eigene Erfahrungen zu machen und sie mit der geistlichen Übung des Fastens zu verbinden. Wichtig ist, dass das Fasten ganz klassisch auf ein Reduzieren zielt (die immer vergeistigteren Aktionen der Kampagne „7WochenOhne“ haben mit Fasten im eigentlichen Sinne nichts mehr zu tun).

Eine gute Initiative, die auch von der rheinischen Kirche unterstützt wird, ist die „Fastenaktion für Klimaschutz & Klimagerechtigkeit“ mit Material und Aktionsanregungen.

Erntedankfest als Dankbarkeitsfest neu beleben

Wer mit der Bildersuche „Erntedankgottesdienst“ googlet, wird feststellen, dass das Erntedankfest zu einem agrar-romantischen Fest in „LandLust“-Optik geworden ist. Die Kirche wird mit Gemüse dekoriert, das man vorher noch schnell im Discounter gekauft hat. Kaum etwas zeigt unsere Entfremdung von den Lebensgrundlagen so sehr, wie dieses Fest – auch wenn alles gut gemeint ist!

Vielleicht könnte man Erntedank als Dankbarkeitsfeier neu beleben. Ein tiefes Schauen und Feiern, wofür ich dankbar bin. Man wird an den Punkt kommen, was alles existenzielle Lebens-Mittel sind. Von hierher kann man das Erntedankfest neu feiern und gestalten.

 

Geistliches Leben

„erd-verbunden“: ein geistlicher Übungsweg

Die Pfälzische Landeskirche und das Bistum Speyer haben einen „ökumenisch-geistlichen Weg zur Schöpfungsverantwortung im Anthropozän“ entwickelt. Der geistliche Übungsweg gibt für einen Zeitraum von vier Wochen Impulse für eine tägliche Einzelbetrachtung und für wöchentliche Treffen in der Gruppe.

„erd-verbunden“ lädt mit seinen geistlichen Übungen ein, die tiefe Verbundenheit mit „Mutter Erde“ und allen Geschöpfen, die auf ihr leben, zu stärken. Sie zielen auf einen prophetischen Lebensstil und eine veränderte Lebensweise. Sowohl das vierwöchige Programm als auch das Hintergrundmaterial kann ich sehr empfehlen.

„Laudato Si“ als geistlichen Text lesen

Papst Franziskus ist mittlerweile der Protagonist eines neuen spirituellen Nachdenkens über unsere „Sorge für das gemeinsame Haus“ – so der Untertitel seiner Enzyklika „Laudato Si“. Franziskus wird übrigens auch in säkularen Öko-Szenen anerkannt, geschätzt und gern zitiert.

Warum nicht einmal „Laudato Si“ lesen? Im Gegensatz zu ähnlichen Texten, die wir im evangelischen Bereich kennen, ist es kein politischer Konsenstext (die ja immer recht schwer zu lesen sind), sondern ein geistlicher Text. Der Text besteht aus 245 kleinen Abschnitten. Man kann zum Beispiel Tag für Tag einen Abschnitt meditativ lesen. Hier ist Laudato Si imVolltext.

Bibel-Arbeit mit nachaltig-predigen.de

Nun wird es wieder evangelischer. Auf der Seite nachhaltig-predigen.de gibt es Reflexionen zu allen Predigtexten der Perikopenordnung im Kirchenjahr, die den jeweiligen Bibeltext aus theologisch-ökologischer Perspektive beleuchten. Hauptsächlich für Pfarrer und Pfarrerin geschrieben – solche Predigthilfen gibt es ja in den verschiedensten Varianten – kann man nachhaltig-predigen.de natürlich auch für die eigene Arbeit mit der Bibel nutzen, ob alleine oder in der Gruppe. Hier geht’s zur aktuellen Predigtreihe für das Kirchenjahr 2017/2018.

 

Erfahrungen weitergeben

Praxis-Workshops zu nachhaltigem Lebensstil

Workshops, in denen man konkrete Ideen bekommt, wie man im Alltag nachhaltiger leben kann, stoßen aktuell auf ein reges Interesse. Kein moralischer Appell, sondern handfeste Tipps für praktische Probleme. Ein gutes Beispiel sind hier Workshops zum Thema „Zero Waste“ oder „plastikfrei leben“. Das trifft – in bestimmten Milieus – gerade einen Trend. Wer nach 90 Minuten mit zehn erprobten Tipps nach Hause geht, setzt vielleicht das eine oder andere tatsächlich um.

Den Ökostrom-Anbieter zeigen

Viele Gemeinden beziehen für Gemeindehaus und Kirche Ökostrom. Aber ich habe bisher noch nie einen entsprechenden Hinweis im Gemeindehaus gesehen. Man muss es ja nicht Werbung nennen, aber ich finde, man darf  ruhig groß und auffällig kundtun, bei welchem „echten“ Ökostrom-Anbieter die Gemeinde Ihren Strom bezieht. Am besten mit Internet-Link und dem Hinweis, das Wechseln ja wirklich, wirklich einfach ist. Hier noch eine Übersicht der „echten“ Öko-Stromanbieter.

Eine Rubrik im Gemeindebrief

Es gibt sehr viele Blogs mit unzähligen, tollen Tipps zum nachhaltigen Leben. Alltagstaugliche Praxistipps sind gefragt. Wie wäre es mit einer regelmäßigen Rubrik im Gemeindebrief: Der Öko-Alltags-Tipp. Sicherlich gibt es dafür auch noch einen besseren Name. Wichtig ist, dass es tatsächlich erprobte Sachen sind. Und gut wäre es, wenn es einen personalen Bezug hat. Ich könnte mir vorstellen, dass es etliche Menschen in der Gemeinde gibt, die solch eine Rubrik spielend füllen könnten und es gerne tun würden.

 

Umgang mit Dingen

Dreh- und Angelpunkt für eine ökologischere Lebensweise ist unser Konsumverhalten. Hier gibt es spannende Bewegungen, an die Kirchengemeinden anschließen können bzw. in die Gemeinden hineinholen können.

Do-It-Yourself- und Maker-Bewegung

Selbermachen ist ein Gegentrend zur Wegwerfkultur. Und Selbermachen stärkt die Selbstwirksamkeit. Beides ist förderlich für einen nachhaltigeren Lebensstil. Und noch besser ist es, Dinge herzustellen, die einen direkten ökologischen Nutzen haben. Nistkästen zum Beispiel. Oder eine Windturbine für weniger als 25€.

Der Anschluss an die „Maker“-Bewegung ist auch ein Beitrag für das, was dem verkopften Protestantismus so oft fehlt: etwas mit den Händen zu tun.

Repair-Bewegung

Reparieren wird heute wieder mehr geschätzt, mittlerweile ist hier eine ganze Bewegung entstanden. Interessant ist das „Reparatur-Manifest“. In Deutschland gibt es mittlerweile eine Reparatur-Szene mit etliche „Repair-Cafés“. Warum nicht so etwas in der Gemeinde etablieren? Warum nicht eine Werkstatt einrichten, mit Geräten, die nicht jeder zu Hause hat? Vielleicht sucht ja auch noch ein Handwerker oder Ingenieur im Ruhestand ein ehrenamtliches Betätigungsfeld in der Gemeinde?

Minimalismus-Bewegung

Am ökologischsten ist es, grundsätzlich wenig(er) zu konsumieren. Das meiste Zeugs brauchen wir ja eh nicht. Dass das nichts mit miesepetriger Entbehrung zu tun haben muss, zeigt die Minimalismus-Bewegung: „Weniger ist mehr“ wird hier zu einem ästhetischen Prinzip. Und die Idee des „einfacher Lebens“ hat viele interessante Beziehungen zum christlichen Glauben.

Kann Minimalismus ein christlicher Lebensstil sein? Der Spur könnte man gut in Predigt, Hauskreis, Gesprächsabend nachgehen. Hierzu ist übrigens auch ein Blog-Projekt der Melanchthon-Akademie in Vorbereitung…

 

Selbst Teil der Öko-Bewegung sein

Strom produzieren und einspeisen

ALID Süd macht es gerade vor: Solarzellen auf die Discounter-Dächer und den Kunden kostenlose E-Tankstellen anbieten. ALDI baut damit eine eigene Infrastruktur auf. Wie viele konventionelle Kraftwerke könnten einsparen, wenn in Deutschland flächendeckend alle Dächer von Gemeindehäusern und kirchlichen Gebäuden Strom produzieren würden?

Auch wenn das Problem der Stromspeicherung noch nicht hinreichend gelöst ist, kann man darüber einmal nachdenken. Und vielleicht kann man Kontakt zu einer regionalen Energiegenossenschaft aufnehmen.

Waldkindergarten-Gruppe

Mittlerweile haben sich Waldkindergärten gut etabliert, es gibt auch einige in evangelischer Trägerschaft. Sollten eine Kindergartenerweiterung anstehen, ist es grundsätzlich auch möglich, eine Kindergarten-Gruppe als dauerhafte Waldgruppe zu konzipieren. Kindergartenvergößerung ohne Anzubauen!

Eco-Club

Last but not least eine Idee, die eine besondere Ressource von Kirchengemeinden aufgreift: die Gruppen und Kreise. Gruppen und Kreise gibt es zu vielen Themen und für etliche Zielgruppen. Doch „Umweltgruppen“ sind in den Gemeinden mittlerweile selten geworden – ganz im Gegensatz zu den 80er Jahren. An diese Tradition kann man ja wieder anschließen. Vielleicht ist das auch eine schöne Idee für die Nach-Konfi-Zeit. Dazu gibt es sogar einen ausgearbeiteten Vorschlag: den „Eco-Club“. Die Idee wird hier vorgestellt.

wir und jetzt

Es scheint momentan nicht gut um eine öko-soziale Transformation (aka „Großer Wandel“) bestellt zu sein. Alle Zeichen stehen eher auf eine große Apokalypse. Daher ist mir wichtig, zu verstehen, wie Wandel funktioniert, wie er sich vollzieht, wie er gelingen kann.

Der wohl entscheidenste Punkt ist, zu erkennen, dass wir dieser Wandel sind. Wenn Historiker in ein- oder zweihundert Jahren zurückblicken, werden sie sagen, dass unsere Zeit die entscheidende Zeit gewesen sei. In der das Ruder buchstäblich im letzten Moment herumgerissen wurde. (Es kann natürlich auch sein, dass nicht auf unsere Zeit zurückgeblickt wird, weil da gar keiner mehr ist, der zurückblicken könnte. Sollte aber die Variante eintreten, dass da jemand zum Zurückblicken ist, blicken sie auf uns. AUF UNS!)

Der Wandel ist jetzt. Wir sind schon drin. Wir sind jetzt dran.

Das ist übrigens auch der Titel des aktuellen Berichts des Club of Rome: Wir sind dran. Was wir ändern müssen, wenn wir bleiben wollen. Darin wird beschrieben, dass die jetzt lebenden Generationen die letzten sind, die noch in der Lage sind, die falschen Strukturen lebensdienlichen umzubauen. Und dieser Bericht zum 50jährigen Bestehen des Club of Rome ist hoffnungsvoll: Es ist noch möglich. (Ein Bisschen Hintergrund gibt’s hier in der Frankfurter Rundschau).

Mir ist wichtig, das Narrativ vom Wandel zu bedienen. Wir glauben die Geschichten, die wir erzählen, deshalb ist es nicht unwichtig, welche Geschichten wir erzählen.

Geseko von Lüpke, ein Journalist mit großer Expertise in öko-sozialen Fragen, spricht in einem Vortrag aus dem Jahr 2012 über die „Welt im Übergang“. Der Vortrag lohnt sich, hauptsächlich geht es um die globale Zivilgesellschaft als Träger des „Großen Wandels“ (vor allem 16’20-32’00).

Geseko benutzt in seinem Vortrag etliche Bilder, die ich für diese Wandel-Zeit hilfreich finde, die den Narrativ vom großen Wandel unterstützen. Zwei will ich hier einmal kurz nennen.

Das eine Bild stammt von Joanna Macy. Sie beschreibt die Rolle, die uns in diesem Transformationsprozess zufällt. Wir sind gleichermaßen Sterbehelfer und Geburtshelfer: Sterbehelfer des Alten, Geburtshelfer des Neuen. Und die Pointe liegt darin, dass wir eben beides zugleich sind.

Wir sind heute zugleich Sterbebegleiter – hospice workers – eines alten Systems, alter Weltbilder, überholter Kulturen, und es geht nicht mehr darum, das zu stürzen, dieses alte System, wie man vielleicht in 60er-, 70er-Jahren noch revolutionär und mit roten Fahnen meinte. Sondern es geht eher um die Rolle des Hospizbegleiters, der ein sterbendes System sanft zu Boden bettet und schaut, dass in diesem Zusammenbruch nicht zu viel kaputt geht. Und wir sind gleichzeitig Hebammen – midwives – Geburtshelfer eines neuen Systems: neuer ökonomischer Denkweisen, neu entstehender Lebensstile, neuer Weltbilder. (4’30-5’55).

Das zweite Bild stammt von Nicanor Perlas, Alternativer Nobelpreis-Träger. Er beschreibt die Funktionsweise von so genannten Imago-Zellen, die eine entscheidene Rolle bei der Metamorophose von der Raupe zum Schmetterling spielen. Diese Imago-Zellen beinhalten das Neue, werden aber vom alten System zerstört, zumindest die erste Generation. Doch die Imago-Zellen, die den Bauplan des Zukünftigen enthalten, werden immer mehr, bilden Cluster, infizieren sogar das Immunsystem des alten Systems mit der neuen Idee. Und bringen schließlich das Neue hervor.

Und Nicanor Perlas sagt, dies ist ein absolut identisches Modell zu dem, was in der Welt passiert. Dieses Ausmaß an Vernetzung zwischen diesen einzelnen Clustern von Zukunfts-Zellen, von Imago-Projekten überall in der Welt, ist kurz vor dem Moment des Identitäts-Shifts: Wir sind etwas Anderes. Wir sind eine andere Kultur. Dieses Bild aus der Natur ist ein wunderbares Bild dafür, was wir momentan erleben. Wir sind imaginativ. Wir sind mit allen Projekten, die wir machen, Imago-Zellen. (41’50-45’30).

 

 

 

Die 4 Dimensionen des Wandels

Der Großen Wandel kann auf vielfältige Art mitgetragen werden – so Joanna Macy, Grande Dame der Tiefenökologie. Mit „Großem Wandel“ ist eine grundlegende ökosoziale Transformation gemeint. Und dieser Wandel besteht nach Joanna Macy aus drei Dimensionen, die sie in ihrem Buch Geliebte Erde, gereiftes Selbst beschreibt (Paderborn 2009, 140-143):

Abwehrende und aufhaltende Aktionen haben das Ziel, weitere Zerstörung zu vermeiden oder zumindest zu verlangsamen. Dies ist wichtig, um Leben zu bewahren und verschafft erst einnmal Zeit.  Das allein reicht aber natürlich nicht, deshalb braucht es auch Veränderungen der Strukturen und Entwicklung von Alternativen. Alternative Handlunsgweisen entstehen, lebenszerstörende Strukturen werden durch lebensdienliche ersetzt. „In keinem anderen Zeitalter der menschlichen Geschichte sind so viele neue Handlungsweisen in so kurzer Zeit neu entstanden. Es mag für uns heute so aussehen, als seien sie unbedeutend, aber sie enthalten die Saaten der Zukunft“ (S. 141). Und damit sie bestehen bleiben und wirklich tief greifen können, braucht es einen Wandel im Bewusstsein. Joanna Macy spricht hier von einem „Prozess des Erwachens“.

Aus Joanna Macys drei Dimensionen des Wandels mache ich nun vier, denn „Alternativen entwickeln“ und „Strukturen ändern“ sind für mich zwei eigenständige Dimensionen.

Die 4 Dimensionen des Großen Wandels sind dann also:

  • Zerstörung aufhalten
  • Alternativen entwickeln
  • Strukturen ändern
  • Bewusstsein wandeln

Jede dieser vier Dimensionen ist notwendig, aber keine alleine ist ausreichend. Der Große Wandel braucht alle vier. Jede dieser vier Dimensionen ist wichtig, keine ist besser oder schlechter. Jede dieser vier Dimensionen funktioniert für sich, hat eine eigene Logik (und auch eigene „Szenen“ und „Typen“).

Das Denken in diesen 4 Dimensionen hilft, um nicht den Kopf in den Sand zu stecken und um aus der Lähmung herauszukommen, die einem befällt, wenn man sieht, wie schlimm es um die Erde bestellt ist und wie groß der große Wandel doch ist. Denn es sind vier verschiedene Aufgaben. Damit wird der Wandel handhabbar(er).

Ich finde diese 4 Dimensionen auch sehr hilfreich, um den eigenen Beitrag zu reflektieren: Wo fühle ich mich hingezogen? Wo will ich mitwirken? Wo habe ich Stärken? Oder andersrum: Was ist nicht meins, wo sollte ich mich lieber nicht verausgaben, sondern auf das Tun Anderer vertrauen? Oder: Wo engagiere ich mich aktiv (durch eigenes Tun) und wo eher passiv (zum Beispiel durch Spenden oder Mitgliedschaften)?

Und schließlich kann die Unterscheidung dieser 4 Dimensionen auch einen Beitrag leisten, redlich zu sein. Denn oft – und vor allem gerne – wird ökosozial Engagierten eine Art Doppelmoral vorgeworfen, wenn sie sich an einer Stelle engagieren und an einer anderen eben nicht. Wer sich für gutes Leben einsetzt, müsse das bitteschön auch immer & überall und ganz & gar tun, ansonsten sei er unglaubwürdig und überhaupt viel schlimmer als die, die gar nichts tun. Das ist natürlich Quatsch. Wenn sich jemand in einer Dimension stark engagiert, in einer anderen nicht, schmälert das nicht sein Tun. Diese vier Dimensionen können eben nicht miteinander „verrechnet“ werden.

Warum meine Konsumentscheidungen etwas bewirken

Es sind ja so einige Wahlen in diesem Jahr. Gerade deshalb sollte man dies nicht vergessen: Auch mein Einkaufszettel ist ein Wahlzettel.

Okay, das wussten wir schon. Aber ist uns wirklich klar, wie machtvoll unser Konsumverhalten ist? Wenn es stimmt – und es spricht einiges dafür – dass manche Großunternehmen politisch einflussreicher sind als Nationalstaaten, dann ist der tägliche Einkaufszettel weit mächtiger als der fünfjährliche Wahlzettel.

Ja klar, wenn alle zusammen…. die große Masse… das wäre was… Aber ich allein?

Warum bewirken meine Konsumentscheidung wirklich etwas? Warum macht mein Beitrag tatsächlich einen Unterschied? Beweisen kann ich’s natürlich nicht, aber es spricht einiges dafür. Drei wichtige Punkte. Mindestens.

  • Indem ich Alternativen suche, erschaffe ich sie.
  • Indem ich alternative (Produktions- und Handels-)Strukturen nutze, stärke ich sie wirtschaftlich.
  • Indem ich dazu beitrage, Alternativen zu nutzen, etablieren sie sich und werden normaler.

Die zentrale Erkenntnis für mich ist: Um Wirkung zu entfalten braucht man keine große Masse. Eine kritische Masse reicht völlig aus. Und die ist manchmal viel kleiner, als man denkt. Wenn sie es zur rechten Zeit über die Aufmerksamkeitsschwelle schafft, kann sie eine ganze Bewegung auslösen, wie“Zero Waste“ zum Beispiel. Und wenn nicht, werden eben weiterhin in zig Nischen Alternativen entwickelt und schon mal deren Kinderkrankheiten auskuriert.

Wenn kleine Dinge etwas bewirken – auch wenn sie weit unterhalb der Aufmerksamkeitsschwelle liegen und lange in Nischen inkubieren – befreien sie uns aus der Ohnmacht, eh nichts ändern zu können. Man tut also nicht nur etwas für die Sache, sondern die Sache ermächtigt einen auch. Schöne Sache! Heute ist die Strategie nicht, kaputt zu machen, was uns kaputt macht (aber das hat ja eh nie richtig funktioniert), sondern Alternativen zu suchen und diese praxistauglich zu machen. Das ist anfangs schwer, weil man oft gar nicht weiß, wonach man genau suchen soll. Das ist andererseits aber auch einfach, weil wir noch nie so vernetzt waren an Leuten, Ideen, Wissen und Inspiration.

Quelle: goodreads.com/quotes

Was mir gut tut

Eine lose Sammlung, der Dinge, die meist schnell und allein umsetzbar sind. Nicht nach Prioritäten geordnet:

#1  Aufräumen.
#2  Etwas wegwerfen.
#3  Etwas pflegen, reparieren oder in Ordnung bringen.
#4  Dankbarkeitstagebuch schreiben.
#5  Mit einem Kaffee in der Sonne sitzen, dabei nichts tun (tagsüber).
#6  Mit einem Tee auf dem Balkon sitzen, dabei nichts tun (abends).
#7  Herzensgebet, im Liegen (ich weiß, das ist unüblich, aber bei mir klappt das gut und ist genau richtig).
#8  Etwas fertig machen/abschließen (meist ist es ein Text).
#9  Etwas veröffentlichen (Blogartikel, Flyer, …)
#10  Etwas schreiben, mit Bleistift oder Füller (meist in mein Notizbuch).
#11  Draußen sein.
#12  Imagination (keine Imaginationsübung, sondern ein bestimmtes Bild – nein: zwei!).
#13  Viel Wasser und Tee trinken.
#14  Im Wald sein (Geruch, Bäume).
#15  Schlafen.
#16  In der Sauna sein (Holzgeruch, Hitze, Dunkelheit).
#17 Gartenarbeit.

(wird fortgesetzt)

Was derzeit fehlt: Musik. Tanzen.

Die Vorausgangenen und die Nachfolgenden

Das Interessante an der Idee der Nachhaltigkeit ist das Mitbedenken künftiger Generationen. Im „Brundtlandt-Bericht“, der den Begriff „Nachhaltigkeit“ ja weit bekannt machte, gibt es zwei Definitionen: Handele so, dass es den nachfolgenden Generationen nicht schadet (Nachhaltigkeit als eine Art Risikofolgenabschätzung). Und: Handele so, dass es auch den nachfolgenden Generationen nützt.

Ob nun Schlechtes vermeiden oder Gutes ermöglichen: Das Mitbedenken künftiger Generationen bedeutet letztlich vom reinen Eigeninteresse abzusehen und dieses bewusst zu begrenzen, um Leben, das es noch gar nicht gibt, zu ermöglichen.

Dieser Gedanke scheint in indigenen Traditionen eine besondere Beachtung zu finden:

„Berücksichtige in jeder Entscheidung die Auswirkung dieser Absicht auf die kommende siebte Generation. Kümmere Dich um das Wohlergehen aller Menschen und behalte immer nicht nur die heutige Generation, sondern auch die kommenden Generationen im Blick” (Quelle).

Sieben Generationen! Das ist ganz schön lange, das sind ca. 200 Jahre („früher“ waren es vielleicht nur 130, 140 Jahre). Eine völlig unüberblickbare Zeitspannne. Aber das ist ja auch der Sinn, dass es eben nicht zu überblicken ist. Denn dann kann man nicht taktieren, etwa in dem Sinne, dass das Handeln gerade noch den eigenen Kindern nützt und danach dann die Sintflut kommen möge. Das Alte Testament nennt als generationenübergreifende Zeitspanne drei bis vier Generationen (2. Mose, 20; 2. Mose 34). Nicht die siebte oder vierte aber immerhin die übernächste Generationen greift der schöne Begriff „enkeltauglich“ auf. Er will den abstrakten Begriff Nachhaltigkeit anschaulicher machen, wahrscheinlich tauchte er 2001 in einer „Kinderagenda für Gesundheit und Umwelt“ zum erstenmal auf. In der Nachhaltigkeitsszene trifft man immer mal wieder auf ihn.

Unsere Kultur hat wenig Sinn für Generativität, also für „Fortpflanzung“ im übertragenen Sinne: etwas weiterzugeben, sich um Zukünftiges zu kümmern. Vielleicht ist es Zeit für einen „generativen Imperativ“:

„Für fast alle Ressourcen, die du nutzt, hast du nichts getan. Nun tue du auch etwas für die Pflege oder Entstehung von neuen Ressourcen, die dir selbst nicht mehr nützen werden!“

Vielleicht hängt das damit zusammen, dass wir uns – unsere Generation, uns selbst, jeder selbst – kaum in einer „Linie“ stehen sehen. Das englische Wort für Abstammung ist Lineage, das finde ich ganz treffend. Eingereiht in der Geschichte der Vorausgegangenen und Nachfolgenden, bedeutet auch, in zwei Richtungen zu schauen: nach vorne und nach hinten.

Auch nach hinten schauen, ist oft ungewohnt für uns. Merkwürdig, wie wenig wir über unsere Ahnen wissen. Selbst bei den einfachsten Dingen. Wer weiß denn zum Beispiel, wie sich die eigenen Großeltern kennengelernt haben?

Woher kommen wir? Was bringen wir dadurch mit? Wie sehr sind wir von den Vorausgegangenen beeinflusst?

Die Wirkmächtigkeit der Vorherigen für unser Handeln finde ich in systemischer Therapie und Aufstellungsarbeit. Auch wenn sie manchmal etwas normativ erscheinen mag, ist sie immer von Versöhnung und Ermächtigung geprägt, so habe ich es bisher kennengelernt. Die Ahnen, die nicht mehr Lebenden, haben kein Interesse daran, Schlechtes weiterzugeben, warum sollten sie auch? Wenn es ihnen noch möglich ist, weiterzuwirken, dann wollen sie Liebe und Kraft weitergeben.

Die gleichzeitige Einbeziehung beider Richtungen – also Vergangenheit & Zukunft, Vorausgegangene & Nachfolgende – entdecke ich vor allem in der Tiefenökologie (zum Beispiel bei Joanna Macy) oder in der einen oder anderen Weisheitstradition (wie beispielsweise bei Sobonfu Somé).

In unserer mitteleuropäischen Kultur scheint das Thema „Lineage“ und Generativität recht abstinent zu sein (oder irre ich mich hier völlig?), selbst in der Kirche (was übrigens auch für die Kirche selbst bedauerlich ist, ich hatte es hier schon einmal in einem ganz pragmatischen Zusammenhang erwähnt).

Da das Christentum ja eben keine individualistische sondern eine Gemeinschaftsreligion ist, könnte man doch im Glaubensbekenntnis anstelle der „Gemeinschaft der Heiligen“ auch von der Gemeinschaft der Vorausgegangenen und noch Kommenden sprechen – oder?

… ich glaube an die Gemeinschaft die Heiligen,
einer Gemeinschaft der Lebenden und der Toten,
der Vorausgegangenen und der noch Kommenden,
der Geborenen und nicht Geborenen, …

 

Ein paar Übungen…

…um dem Gefühl nachzuspüren, in einer Reihe von Vorausgegangenen und Nachfolgenden zu stehen.

***

Der wie vielte Mensch auf Erden bist du? Hier kann man es herausfinden. Ich bin übrigens der achtundsiebzigmilliardendreihundertzweiundneunzigmilionenneunhundertsechsundachtzigtausendsiebenhunderteinundachtzigste Mensch auf diesem Planten. Jedenfalls so ungefähr.

***

Was weißt du über deine Vorfahren? Die Novemberzeit ist eine gute Möglichgkeit, sich damit zu beschäftigen.

***

Nun die andere Richtung: Machmal stelle ich mir vor, wie meine Kinder wohl so als Großväter sein werden. An den Gedanken muss man sich einen Moment gewöhnen, aber er löst – bei mir – sehr viel Frieden aus. Auf jeden Fall bin ich dann längst tot.

***

Was liegt dir am Herzen, das du gerne weitergeben möchtest?

Steigerung: Was möchtest du enkeltauglich machen?

***

Meditiere folgenen Satz: „You don’t pay love back; you pay it forward“. (Lily Hardy Hammond (1916), siehe den Wikipedia-Artikel zum Prinzip „Pay it forward“)

***

Interessant ist es, beim Nachsinnen über Vergangene und Künftige mal die „richtige“ Richtung des Zeitverlaufs umzukehren:

  • Dann schaue ich nicht nur: Was können mir meine Ahnen für heute mitgeben? (Vergangenheit — > Gegenwart), sondern: Kann ich noch etwas für meine Ahnen tun? (Vergangenheit < — Gegenwart).
  • Oder nicht nur: Was bedeutet mein Handeln heute für die nachfolgenden Generationen? (Gegenwart — > Zukunft), sondern auch: Was bedeutet das, was die Nachfolgenden über mich sagen werden, für mein Handeln? (Gegenwart < — Zukunft).

***